Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) (französisch Office fédéral de la sécurité alimentaire et des affaires vétérinaires (OSAV), italienisch Ufficio federale della sicurezza alimentare e di veterinaria (USAV), rätoromanisch Uffizi federal da segirezza alimentara e fatgs veterinars (USAV)) ist eine Bundesbehörde der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Es ist das Kompetenzzentrum der Schweiz für die Bereiche Lebensmittelsicherheit, Ernährung, Tiergesundheit, Tierschutz und Artenschutz im internationalen Handel. Das BLV gehört zum Eidgenössisches Departement des Innern EDI.

Im Jahre 1872 rief der Bundesrat eine Abteilung Viehseuchenpolizei ins Leben. Leiter war der eidgenössische Viehseuchenkommissär, der gleichzeitig als Oberpferdarzt der Armee amtete.
1886 wurde der Abteilung Viehseuchenpolizei der Vollzug der Tierseuchenpolizei an der Landesgrenze übertragen. Zur Erfüllung dieser Aufgabe schuf der Bundesrat einen grenztierärztlichen Dienst. Die 1909 vom Bundesrat erlassene Verordnung betreffend die Untersuchung der Einfuhrsendungen von Fleisch und Fleischwaren hielt fest, dass der Grenztierarzt Tiere, Fleisch und Fleischwaren nicht nur unter dem Aspekt des Gesundheitsschutzes, sondern auch unter demjenigen des Täuschungsschutzes prüfen muss.
Am 14. November 1914 wandelte der Bundesrat die Abteilung Viehseuchenpolizei in ein vollwertiges Bundesamt um. Das neue Amt, das damals Schweizerisches Veterinäramt hiess, wurde mit acht Stellen besetzt (heute sind es rund zwanzig mal soviele). Seit 1979 trägt das Amt den Namen Bundesamt für Veterinärwesen.
Als das Schweizerische Veterinäramt 1914 gegründet wurde, waren Rinderpest und Lungenseuche der Rinder bereits eingedämmt worden, der Rotz und die Tollwut bei Haustieren gingen erheblich zurück. Grössere Probleme zeigten sich aber bei der Maul- und Klauenseuche, die durch den zunehmenden internationalen und inländischen Verkehr mit Tieren und Tierprodukten an Gefährlichkeit gewann. Ein 1917 erlassenes neues Tierseuchengesetz stellte denn auch vorab das Instrumentarium zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche bereit. Doch erst die obligatorische Schutzimpfung des gesamten Rinderbestandes ab 1966 brachte aber den Sieg über diese gefürchtete Geissel der Landwirtschaft. Auch die Bekämpfung der Rindertuberkulose wurde in Angriff genommen. Am 29. März 1950 wurde dazu ein eigenes Gesetz erlassen: Das Bundesgesetz zur Bekämpfung der Rindertuberkulose. Ende 1959 wurde die Erreichung der Tuberkulosefreiheit des schweizerischen Rinderbestandes gemeldet. Das Gewicht dieses Ereignisses lässt sich daran messen, dass das damalige Eidgenössische Veterinäramt dazu eine eigene Festschrift publizierte.
Vor grosse Herausforderungen stellte die Schweizer Veterinärbehörden die im Herbst 1977 unvermutet ausbrechende Infektiöse Bovine Rhinotracheitis. Die Bekämpfung dieser Seuche, die von den Landwirten wegen des Kürzels IBR/IPV nur Buchstabenseuche genannt wurde, nahm zehn Jahre in Anspruch. Die Seuche konnte in der Schweiz ausgerottet werden – mit grossem Einsatz auf allen Stufen der Veterinärbehörden und der Landwirtschaft. Die Kosten betrugen annähernd 135 Millionen Franken.
In den 1990er-Jahren stand die Bekämpfung zweier Seuchen im Vordergrund: Einerseits der Klassischen Schweinepest, die 1993 im Kanton Bern ausgebrochen war, andererseits der Bovinen spongiformen Enzephalopathie (BSE). Die Klassische Schweinepest konnte bei den Hausschweinen rasch ausgerottet werden und ist seither nur noch gelegentlich bei Wildschweinen (1999 im Tessin) aufgetreten. Die Bekämpfung der BSE (erster Fall in der Schweiz 1990) zog sich dagegen bis über die Jahrtausendwende hin. Erst 2006 wurden die letzten fünf Fälle registriert (gemäss Informationen auf der Webseite des Bundesamts für Veterinärwesen).
2012 wurde das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) vom Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement (EVD) ins Eidgenössische Departement des Innern (EDI) transferiert, um im Bereich der Lebensmittelsicherheit Schnittstellen zwischen den Departementen zu streichen. Mit der Vereinigung des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET) und der Abteilung Lebensmittelsicherheit des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zum Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) per Anfang 2014 wurden weitere Schnittstellen entlang der Lebensmittelkette eliminiert und Synergien können genutzt werden.
Zu den Hauptaufgaben des BLV gehören Tiergesundheit, Tierwohl, sichere Lebensmittel, Gebrauchsgegenstände und Kosmetika sowie eine gesunde Ernährung. Dazu kommt das Schaffen guter Rahmenbedingungen für den Export von Nahrungsmitteln tierischer Herkunft. Zudem überwacht das BLV den grenzüberschreitenden Verkehr und Handel mit Tieren und Pflanzen (gemäss dem CITES-Abkommen) sowie mit tierischen Erzeugnissen und Lebensmitteln Herkunft.
Aufgaben im Bereich der Gesundheit von Tier und Mensch berühren naturgemäss auch den Kompetenzbereich anderer Bundesämter. Eng ist die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW, insbesondere auch im Bereich Agroscope Liebefeld/Posieux) und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU). Mit dem Institut für Virologie und Immunologie (IVI) unterhält das BLV eine eigene Forschungseinrichtung.
Die Basis zum Vollzug und zur Umsetzung des Lebensmittelrechts bilden das Lebensmittelgesetz, die Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung sowie weitere Verordnungen, die sich darauf abstützen. Die Kantone sind für den Vollzug zuständig und sorgen innerhalb ihrer Zuständigkeit für die Lebensmittelkontrolle.
Der Vollzug des Tierseuchen-, Tierschutz- und Lebensmittelrechts im Inland ist in der Schweiz Sache der Kantone. Zu diesem Zweck besteht in jedem Kanton ein kantonaler Veterinärdienst, der in enger Zusammenarbeit mit den anderen kantonalen Behörden und dem BLV vorbeugende Massnahmen trifft, Bekämpfungsaktionen anordnet und Kontrollen durchführt. Der Vollzug bei der Einfuhr von Fleisch, Fleischerzeugnissen, lebenden – und insbesondere geschützten – Tieren ist dagegen Sache des Bundes. Aufgrund der bilateralen Abkommen mit der Europäischen Union ist der grenztierärztliche Dienst heute vor allem an den beiden Flughäfen Zürich und Genf aktiv.
Auf internationaler Ebene arbeitet das BLV intensiv in verschiedenen Organisationen mit. Im Europarat werden vor allem Anliegen des Tierschutzes behandelt. Die Mitarbeit in der Weltorganisation für Tiergesundheit (Office International des EPizooties, OIE), das im internationalen Handel die Standards für Tiere und tierische Erzeugnisse im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) setzt, dient der Harmonisierung der Seuchenbekämpfung auf internationaler Ebene.
Als schweizerische Vollzugsbehörde spielt das BLV im Rahmen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) eine wichtige Rolle. Dieses Übereinkommen regelt den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen. Das BLV trägt hier mit seiner Kontrollfunktion dazu bei, dass in der Natur bereits stark gefährdete Wildtiere und Pflanzen nicht durch den Handel noch mehr dezimiert werden. Ähnliche Anliegen vertritt das BLV auch in der Internationalen Walfangkommission (IWC). Weiter von grosser Bedeutung ist auch die Mitarbeit in der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) sowie in der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Seit die Schweiz mit der Europäischen Union im Rahmen der bilateralen Verträge auch ein Abkommen über den Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen geschlossen hat, ist naturgemäss auch die Zusammenarbeit mit den Veterinärbehörden der Europäischen Union intensiv.
In der Organisationsverordnung für das Eidgenössische Departement des Innern wird der Auftrag des BLV wie folgt festgelegt:
46.930667.42093Koordinaten: 46° 55′ 50″ N, 7° 25′ 15″ O; CH1903: 598652 / 197730

Störbrücke (A 23)

53.9263888888899.4794444444444Koordinaten: 53° 55′ 35″ N, 9° 28′ 46″ O
f1
Bundesautobahn 23
Stör
Die Störbrücke ist eine über einen Kilometer lange Straßenbrücke bei Itzehoe, die die Stör – in diesem Abschnitt als Seeschifffahrtsstraße klassifiziert – überspannt.
Die erste Brücke wurde 1967 als Teil der Bundesstraße 5 eröffnet. Zwischen 2007 und 2015 wurde diese durch zwei parallele Brückenzüge der Bundesautobahn 23 ersetzt.

Gebaut wurde die (zuletzt) dreispurige, ursprünglich mit zwei Fahrstreifen und beidseitigen Seitenstreifen angelegte Hochbrücke zwischen 1965 und 1967 mit 26 Öffnungen, einer Gesamtlänge von 1160 m und einer Breite von 16 m. Die Spannbetonkonstruktion besteht aus drei Abschnitten.
Der erste Abschnitt ist die 392 m lange, südliche Rampenbrücke. Er hat neun Öffnungen mit jeweils 40 m Stützweite. Im zehnten, 44 m langen Feld ist nach 32 m ein Gerbergelenk als Übergangskonstruktion zur Strombrücke angeordnet. In Längsrichtung ist das Bauwerkssystem ein Durchlaufträger mit einer konstanten Konstruktionshöhe von 2,8 m. In Querrichtung ist ein zweistegiger Plattenbalken vorhanden. Die Stege haben einen Achsabstand von ungefähr 7,8 m und 1,35 m breite Flansche.
Die folgende 256 m lange, dreifeldrige Strombrücke besitzt in den beiden Randfeldern Stützweiten von 58,5 m und im Hauptfeld von 115 m. Der Überbau kragt an beiden Enden 12 m bis zum Gerbergelenk aus. In Längsrichtung ist das Bauwerkssystem ein Durchlaufträger. Der gevoutet ausgebildete Überbau hat eine maximale Konstruktionshöhe von 6,5 m über den Uferpfeilern. In Querrichtung ist ein zweistegiger Plattenbalken vorhanden, der zur Aufnahme großer Druckkräfte im Bereich der Uferpfeiler eine Bodenplatte besitzt. Die Bauwerkshöhe beträgt maximal 22 m.
Der letzte Teil ist die 512 m lange, nördliche Rampenbrücke. Das Bauwerk hat zwölf Öffnungen mit jeweils 40 m Stützweite. Das 44 m lange Übergangsfeld zur Strombrücke, sowie der Querschnitt sind wie bei der südlichen Rampenbrücke ausgebildet.
Die Überbauten ruhen auf paarweise angeordneten Stahlbetonhohlpfeilern. Diese sind auf Bohrpfählen oder Rammpfählen gegründet. Nur die Pfeiler der Hauptöffnung sowie die Widerlager besitzen eine Flachgründung.
Aufgrund einer mangelhaften Konsolbewehrung an den beiden längsbeweglichen Gelenkfugen, den Gerbergelenken, wurden Risserscheinungen im Beton im Bereich der Konsolen und Querträger beobachtet. Eine erste Instandsetzung erfolgte 1983. An jedem Steg wurden sechs vertikale Spannglieder eingebaut. Die Kosten betrugen 730.000 DM.
Von 1997 bis 1999 mussten schließlich stählerne Unterstützungskonstruktionen unter den Gerbergelenken eingebaut werden. Die Kosten betrugen 1,8 Millionen Euro. In einem Gutachten von 1998 wurde der Brücke wegen ihres Bauzustandes eine Restnutzungsdauer von 10 bis 15 Jahren attestiert.
Im Rahmen des Ausbaus der Bundesstraße 5 zur BAB 23 wird die Brücke von 1967 durch zwei getrennte, nebeneinanderliegende Brückenzüge ersetzt. Baubeginn war am 10. Januar 2007. Am 19. Juni 2010 wurde die erste neue Brücke, die die Richtungsfahrbahn Nord der neuen Autobahn aufnehmen wird, eingeweiht. An diesem Tag war das Bauwerk für Fußgänger und Radfahrer geöffnet. Seit Ende Juni 2010 steht die Brücke dem Kraftfahrzeugverkehr zur Verfügung. Anschließend folgte der Abbruch der alten Brücke und der Neubau des zweiten Überbaus. Am 24. Oktober 2015 wurde die zweite Brücke mit einem Bürgerfest eröffnet, für den Verkehr freigegeben am 19. November 2015.
Die neuen Brückenbauwerke sind mit je 15 m Breite, 1155 m Länge und 19 Öffnungen konstruktiv identisch. Die Stör wird mit Stabbogenbrücken überquert, die 120 m weit spannen und als Fahrbahnplatte eine Verbundkonstruktion besitzen.
Die Rampenbrücken sind als Verbundquerschnitt geplant und besitzen in Längsrichtung bei einer konstanten Konstruktionshöhe von zirka 3,0 m den Durchlaufträger als Bauwerkssystem. In Querrichtung ist ein einzelliger Hohlkastenverbundquerschnitt vorgesehen. Für die nördlichen Rampenbrücken sind jeweils 10 Felder mit einer Länge von 580 m geplant. Die Stützweiten vergrößern sich vom Widerlager aus von 45 m über 50 m, 55 m und 5×60 m auf 2×65 m. Für die südlichen Rampenbrücken sind jeweils acht Felder und eine Länge von 455 m vorgesehen. Die Stützweiten vergrößern sich vom Widerlager aus von 42 m über 50 m, 55 m und 3×60 m auf 2×64 m. Das Brückenbauwerk erhält eine Tiefgründung mit bis zu 20 m langen Ortbetonrammpfählen. In vier Achsen kommen wegen der Nähe zur vorhandenen Störbrücke Bohrpfähle mit 90 cm Durchmesser und Längen bis 22 m zur Ausführung.
Am 5. Februar 2011 wurde auf der für den Autoverkehr mittlerweile gesperrten alten Störbrücke ein Marathonlauf veranstaltet. Zwanzig Runden mit einer Länge von je 2120 Metern mussten zurückgelegt werden.

Gunning Bedford, Jr.

Gunning Bedford, Jr. (* 1747 in Philadelphia, Pennsylvania; † 30. März 1812 in Wilmington, Delaware) war ein Politiker, Jurist und einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten.
Gunning Bedford war der wichtigste Kämpfer für die Rechte der kleinen Staaten. Seine Erfahrung aus der Lokalpolitik zusammen mit seiner Arbeit im Kontinentalkongress lehrte ihn viel über die politische und wirtschaftliche Verwundbarkeit solcher Staaten wie Delaware. Anders als einige andere Vertreter kleiner Staaten, die die Bildung einer starken Zentralregierung wollten, um ihre Interessen gegen stärkere Nachbarn zu schützen, strebte Bedford nach einer Begrenzung der Macht der neuen Regierung. Als jedoch der Konflikt über die Vertretung den Verfassungskonvent zu sprengen drohte, legte er die lokalen Interessen zur Seite und sucht zum Wohle des Landes nach Kompromissen.

Bedfords Familie konnte ihre Wurzeln bis zur Gründung von Jamestown, Virginia zurückverfolgen. Er war ein Cousin von Oberst Gunning Bedford, einem Helden des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges und Politiker aus Delaware, mit dem er oft verwechselt wird.
Bedford besuchte das College von New Jersey (heute Princeton University), wo er sich mit James Madison ein Zimmer teilte. Nach seinem Abschluss 1771 studierte er Recht bei George Read, einem einflussreichen Politiker mit Verbindungen nach Pennsylvania und Delaware, der ebenfalls die Verfassung der Vereinigten Staaten unterzeichnen wird. Über Bedfords frühe Karriere ist wenig bekannt bis zu dem Zeitpunkt, als er während der letzten Jahre der Amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung in Dover und dann in Wilmington eine Rechtsanwaltspraxis eröffnete. Er saß in der frühe Nachkriegszeit kurz in der gesetzgebenden Körperschaft von Delaware und vertrat den Staat von 1783 bis 1785 im Kontinentalkongress. Er arbeitete von 1784 bis 1789 auch als Delawares Attorney General. Obwohl er 1786 ausgewählt wurde, den Staat beim Annapolis-Kongress zu vertreten, war Bedford unter den Delegierten, die die Versammlungen dieses kurzen Treffen verpassten. Zeugenaussagen besagen, dass er die Sorgen des Kongresses über die politischen und wirtschaftlichen Probleme, die mit den Artikeln der Konföderation zusammen hingen teilte − eine Sorge, die die Delegierten von Annapolis dazu brachte, die Versammlung einzuberufen, die als Verfassungskongress bekannt wurde.
Vorrangig besorgt um die Bedrohung der kleinen Staaten in einer Bundesvereinigung, die möglicherweise durch mächtige, stark bevölkerte Nachbarn beherrscht würden, warnte Bedford die Delegierten in Philadelphia mit feurigen Worten, dass die kleinen Staaten zu ihrem eigenen Schutz nach Bündnissen mit ausländischen Partnern suchen müssten. Zuerst schloss er sich denen an, die nur die Artikel der Konföderation verbessern wollten, in dem Glauben, wie ein Delegierter es ausdrückte, dass „es keinen Mittelweg zwischen einer vollständigen Einbindung [der Staaten in eine Nation] und einer bloßen Konföderation der Staaten [gäbe]. Das Erste steht außer Frage und das Zweite müssen sie als nicht ganz gleiche Souveräne fortsetzen.“ Als jedoch die Idee des Entwurfs einer neuen Verfassung akzeptiert wurde, unterstützte er den New Jersey-Plan, ein System, das gleiche Vertretung für die Staaten in der nationalen gesetzgebenden Versammlung bot, ein Punkt, in dem die gesetzgebende Versammlung von Delaware seinen Delegierten keine Kompromisse erlaubt hatte. Bedford setzte sich für starke Begrenzungen der Macht der Exekutive ein und schlug Maßnahmen vor, mit denen die Staaten eine enge Kontrolle über die nationalen Gesetzgeber und Gerichte hatten, einschließlich einer Aufstellung der Bundesrichter durch die Gesetzgeber der Staaten.
Bedfords Reden zur Unterstützung dieser Ideen brachten den Delegierten William Pierce aus Georgia dazu, ihn als „markanten“ Redner mit einer „sehr befehlsartigen und aggressiven Art“ aber „von herzlichem und impulsivem Temperament und unbedacht in seinem Urteil“ zu bezeichnen. Einsehend, dass die Kongresssitzungen wegen des unerbittlichen Festhaltens an seinen Positionen den Bund in Gefahr bringen würden, nahm Bedford eine flexiblere Position ein. Er war damit einverstanden, in dem Ausschuss zu sitzen, der den Großen Kompromiss entwarf, der dornige Frage der Vertretung beilegte und das Einverständnis des Kongresses mit dem neuen Entwurf einer Regierung ermöglichte.
Bedford war Delegierter im Ratifizierungskongress von Delaware. Dank seines Einsatzes zusammen mit John Dickinson, Richard Bassett und anderen wurde Delaware der erste Staat, der die Verfassung bestätigte. Nach seinem Abschied vom Posten des Generalstaatsanwaltes von Delaware 1789 war er im selben Jahr und wieder 1793 als Präsidenten-Wahlmann tätig, beide Male für George Washington abstimmend. Ferner gehörte er im Jahr 1788 dem Senat von Delaware an. Weithin für seine Rechtskenntnisse respektiert, wurde Bedford von George Read und Richard Bassett, Senatoren aus Delaware und Mitunterzeichner, gefragt, einen Gesetzentwurf zu prüfen, der für die Organisation des Bundesrechtssystems in Betracht gezogen wurde. Bedford lobte das Dokument, das 1789 zum Gerichtsgesetz, einem der wichtigsten Arbeiten der gesetzgebenden Versammlung dieser Zeit wurde, als „großartige Arbeit“, brachte aber auch einige Bedenken zum Ausdruck. Er gab zu, dass das allgemeine Recht der USA schwer festzulegen war. „Dennoch;“ forderte er „die Ehre Amerikas erfordert, dass es [eine Festlegung] klar gemacht wird und dass, wenn wir jemanden dem Gesetz übergeben, dass es das Gesetz des eigenen Landes ist. Wenn die Prinzipien des Gesetzes irgend eines anderen Landes gut und einer Übernahme wert sind, dann sollen sie in das eigene Recht übernommen werden,“ Er glaubte, dass die Bestätigung der Verfassung ein „Augenblick der rechtlichen Emanzipation;“ gewesen sei, bei dem erklärt wurde, dass „genau so wie das Fundament gebaut ist, der Überbau errichtet werden muss“. Im September 1789 wählte George Washington Bedford als Richter am Bundesbezirksgericht für Delaware aus, eine Position, die er bis zu seinem Tode behielt.
Bedford verlor nie das Interesse an seiner Heimatgemeinde. Glaubend, dass die Einrichtung von Schulen „ohne Zweifel ein Ding von vorrangiger Bedeutung ist“ wirkte er für die Verbesserung der Ausbildung in Wilmington. Er war Präsident des Aufsichtsrates der Wilmingtoner Akademie und als diese Institution zum Wilmingtoner College wurde, wurde er dessen erster Präsident.
Baldwin | Bassett | Bedford | Blair | Blount | Brearley | Broom | Butler | Carroll | Clymer | Dayton | Dickinson | Few | Fitzsimons | Franklin | Gilman | Gorham | Hamilton | Ingersoll | Jackson | Jenifer | Johnson | King | Langdon | Livingston | Madison | McHenry | Mifflin | G. Morris | R. Morris | Paterson | C. C. Pinckney | C. Pinckney | Read | Rutledge | Sherman | Spaight | Washington | Williamson | Wilson
Bedford | Ridgely | Van Dyke | Horsey | Clayton | Rogers | Frame | Rogers | Gilpin | Saulsbury | Fisher | Wooten | Moore | Lore | Penington | G. Gray | Paynter | Biggs | Nicholson | White | Ward | Richards | A. Gray | Wolcott | Reinhardt | Townsend | Southerland | Satterthwaite | Layton | Green | Morford | Killoran | James | Young | Craven | Harmer | Buckson | Stabler | Wier | Gebelein | Oberly | Brady | Danberg | Biden | Denn

Charles City

Floyd County
19-12765
Charles City ist eine Stadt (mit dem Status „City“) und Verwaltungssitz des Floyd County im US-amerikanischen Bundesstaat Iowa. Im Jahr 2010 hatte Charles City 7652 Einwohner, deren Zahl sich bis 2013 auf 7527 verringerte.

Charles City liegt im mittleren Nordosten Iowas am Cedar River, der über den Iowa River zum Stromgebiet des Mississippi gehört. Die Grenze zu Minnesota verläuft rund 50 km nördlich, während der Mississippi rund 130 km östlich die Grenze Iowas zu Wisconsin bildet.
Die geografischen Koordinaten von Charles City sind 43°03′59″ nördlicher Breite und 92°40′21″ westlicher Länge. Die Stadt erstreckt sich über eine Fläche von 16,34 km² und gehört keiner Township an.
Nachbarorte von Charles City sind Colwell (16,3 km nordöstlich), Bassett (13,5 km östlich), Nashua (19,3 km südöstlich), Greene (29,5 km südwestlich), Rockford (23,8 km westlich) und Floyd (10,2 km nordwestlich).
Die nächstgelegenen größeren Städte sind die Twin Cities in Minnesota (Minneapolis und Saint Paul) (249 km nördlich), Rochester in Minnesota (125 km nordnordöstlich), La Crosse in Wisconsin (186 km nordöstlich), Wisconsins Hauptstadt Madison (310 km östlich), Dubuque an der Schnittstelle der Staaten Iowa, Wisconsin und Illinois (212 km ostsüdöstlich), Waterloo (81,4 km südöstlich), Cedar Rapids (168 km in der gleichen Richtung) und Iowas Hauptstadt Des Moines (231 km südsüdwestlich).
Der zum Freeway ausgebaute Iowa State Highway 27 bildet die südliche und westliche Umgehungsstraße von Charles City. Der U.S. Highway 18 führt in West-Ost-Richtung durch das Stadtgebiet von Charles City und trifft im Zentrum an dessen nördlichen Endpunkt auf den Iowa State Highway 14. Alle weiteren Straßen sind untergeordnete Landstraßen, teils unbefestigte Fahrwege sowie innerörtliche Verbindungsstraßen.
In Charles City treffen zwei Eisenbahnstrecken der Canadian National Railway (CN) und der Canadian Pacific Railway (CP) aufeinander.
Mit dem Northeast Iowa Regional Airport befindet sich 5,5 km östlich ein kleiner Flugplatz. Der nächste Verkehrsflughafen ist der 74 km südsüdöstlich gelegene Waterloo Regional Airport, von wo aus durch Zubringerflüge mehrerer Fluggesellschaften Anschluss an die Großflughäfen Chicago O’Hare und Minneapolis-Saint Paul besteht.
In der Gegend von Charles City hatten sich ursprünglich Winnebago-Indianer niedergelassen. Im Jahre 1852 kamen 25 Familien als erste Siedler hierher. Die heutige Stadt wurde 1869 als Charlestown inkorporiert.
Nach der Volkszählung im Jahr 2010 lebten in Charles City 7652 Menschen in 3440 Haushalten. Die Bevölkerungsdichte betrug 468,3 Einwohner pro Quadratkilometer. In den 3440 Haushalten lebten statistisch je 2,15 Personen.
Ethnisch betrachtet setzte sich die Bevölkerung zusammen aus 92,7 Prozent Weißen, 2,5 Prozent Afroamerikanern, 0,2 Prozent amerikanischen Ureinwohnern, 2,5 Prozent Asiaten, 0,1 Prozent Polynesiern sowie 1,0 Prozent aus anderen ethnischen Gruppen; 1,1 Prozent stammten von zwei oder mehr Ethnien ab. Unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit waren 2,6 Prozent der Bevölkerung spanischer oder lateinamerikanischer Abstammung.
23,0 Prozent der Bevölkerung waren unter 18 Jahre alt, 53,9 Prozent waren zwischen 18 und 64 und 23,1 Prozent waren 65 Jahre oder älter. 53,0 Prozent der Bevölkerung waren weiblich.
Das mittlere jährliche Einkommen eines Haushalts lag bei 38.417 USD. Das Pro-Kopf-Einkommen betrug 21.900 USD. 16,6 Prozent der Einwohner lebten unterhalb der Armutsgrenze.
Citys: Charles City | Colwell | Floyd | Greene | Marble Rock | Nashua | Nora Springs | Rockford | Rudd
Census-designated place (CDP): Roseville
Andere Unincorporated Communities: Aureola | Maple Heights | Oakwood | Powersville
Liste der Ortschaften in Iowa

Ignaz zu Hardegg

Ignaz Franz Graf zu Hardegg auf Glatz und im Marchlande (* 30. Juli 1772 in Wien; † 17. Februar 1848 ebenda) war ein österreichischer General der Kavallerie. Er war ein bedeutender Befehlshaber während der Napoleonischen Kriege und von 1831 bis 1848 Präsident des Hofkriegsrates.
Ignaz Graf zu Hardegg entstammte dem alten niederösterreichischen Adelsgeschlecht Hardegg. Seine beiden jüngeren Brüder Johann Anton (* 8. Oktober 1773; † 26. Dezember 1825) und Johann Heinrich (* 14. Mai 1778; † 11. Juni 1854) erreichten ebenfalls hohe Positionen im österreichischen Militär.
Seinen ersten Kriegseinsatz hatte er 1788, erst 16-jährig, unter Laudon in den Türkenkriegen. 1792 zum Rittmeister befördert, nahm er im gleichen Jahr in der Schlacht von Jemappes während des Ersten Koalitionskrieges teil. 1795 kämpfte er mit Auszeichnung in der Schlacht von Handschuchsheim und erhielt für seine Verdienste den Militär-Maria-Theresia-Orden.
1796 diente er in Deutschland und konnte 1800 die aus Breisach kommenden Ausfalltruppen zurückwerfen. Für diese Tat wurde er von Erzherzog Karl im Generalstabsbefehl belobigt und zum Major befördert. Am Feldzug von 1805 konnte der nun zum Oberst beförderte und zum Kommandanten des Regiments Schwarzenberg ernannte Hardegg krankheitsbedingt nicht teilnehmen.
Während des Fünften Koalitionskrieges 1809 als Generalmajor tat er sich erneut in der Schlacht von Aspern von Eßling hervor. In der folgenden Schlacht bei Wagram verteidigte er seine Stellung bei Baumersdorf mit großer Ausdauer und bekam für seine Tapferkeit das Großkreuz zum Militär-Maria-Theresia-Orden. 1813 nahm er am Feldzug in Böhmen und der Schlacht von Dresden teil und wurde im gleichen Jahr zum Feldmarschallleutnant befördert. In der Völkerschlacht bei Leipzig führte er die Vorhut des linken Flügels, erhielt aber bei Dölitz eine schwere Kopfverletzung. Wieder genesen, konnte er 1814 an den Kämpfen in Frankreich teilnehmen. Er erstürmte die von General Montbrun hartnäckig verteidigte Stadt Moret und kämpfte später mit der Südarmee gegen Marschall Augereau.
Hardegg nahm 1815 am Wiener Kongress teil und wurde dort dem russischen Zaren Alexander I. beigegeben, eine Stellung, die er später auch auf den Kongressen zu Troppau, Verona und Laibach behielt. 1829 wurde Hardegg zum Militärkommandanten von Linz ernannt und ein Jahr später zum Kommandanten von Siebenbürgen. 1831 als General der Kavallerie wurde er Präsident des Hofkriegsrates, ein Amt, das er bis zu seinem Tod ausübte.
Ignaz Graf zu Hardegg starb am 17. Februar 1848, 75-jährig, in Wien.

Tennet TSO

Die Tennet TSO GmbH (eigene Schreibweise TenneT TSO) ist ein deutsches Tochterunternehmen des niederländischen Stromnetzbetreibers Tennet und betreibt in Deutschland mit 1003 Mitarbeitern ein Höchstspannungsnetz (220 kV und 380 kV) mit einer Gesamtlänge von rund 11.000 Kilometern. Damit deckt sie 40 Prozent (140.000 km²) der Fläche in Deutschland ab und versorgt rund 20 Millionen Menschen indirekt mit Strom.

Wegen der marktbeherrschenden Stellung des E.ON-Konzerns verpflichtete sich der Konzern gegenüber der Europäischen Kommission sein deutsches Höchstspannungsnetz an einen Wettbewerber zu verkaufen. Damit erreichte E.ON die Einstellung eines Kartellverfahrens durch die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes.
Dieses Vorhaben machte die Gründung einer neuen Gesellschaft nötig, in die das deutsche Höchstspannungsnetz ausgelagert werden konnte. Diese Gesellschaft wurde als transpower stromübertragungs gmbh gegründet. Bis zu diesem Zeitpunkt war die E.ON Netz GmbH Eigentümer des Höchstspannungsnetzes.
Transpower sollte gemäß der Vereinbarung bis zum 1. Dezember 2010 an einen Investor verkauft werden, der bisher keine Interessen in der Stromerzeugung und/oder -versorgung hatte. E.ON hielt diese Vereinbarung ein und verkaufte das Unternehmen zum 1. Januar 2010 an den niederländischen Stromnetzbetreiber Tennet. Transpower wurde zum 5. Oktober 2010 dem Namen des Mutterkonzerns angeglichen und heißt seitdem TenneT TSO GmbH.
Die Tennet Offshore GmbH ist eine vollständige Tochtergesellschaft.
Wegen mangelnder finanzieller Mittel der TenneT TSO GmbH verweigerte die Bundesnetzagentur 2012 das Zertifikat, welches für Netzbetreiber, die „rechtlich, organisatorisch und personell unabhängig von Energievertrieb und -erzeugung“ operieren, vergeben wird. Die fehlende Zertifizierung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und steht nicht im Zusammenhang mit der davon unabhängig gültigen Betriebsgenehmigung.
Die Übertragungsleitungen der Tennet TSO sind vorwiegend in den Bundesländern Bayern, Bremen, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie in Teilen von Nordrhein-Westfalen zu finden. Die beiden deutschen Betriebszentren befinden sich in Bamberg und Lehrte-Ahlten. Weiterhin verfügt das Unternehmen über 115 Umspannwerke. Die beiden Schaltleitungen, die der Überwachung des Stromnetzes dienen, befinden sich zum einen ebenfalls in Lehrte-Ahlten bei Hannover, zum anderen in Dachau bei München.
2006 begann Tennet (damals noch E.ON Netz) in Schleswig-Holstein auf der 110-kV-Leitung Niebüll–Flensburg einen Feldversuch für Freileitungs-Monitoring, und konnte so die Übertragungskapazität dieser Trasse um zeitweise bis zu 50 % steigern. Mit Stand 2011 hatte Tennet TSO unter Einsatz von 55 Mio. Euro Investitionen mehr als 900 km Höchstspannungsleitungen und 20 Umspannwerke von Hamburg bis Gießen auf Freileitungs-Monitoring umgerüstet.
Über die vorhandenen Übergabestellen zu den Nachbarländern Dänemark, Niederlande, Tschechien und Österreich kann eine weitgehende Versorgungssicherheit gewährleistet werden. So ist das Übertragungsnetz der Tennet TSO Mitglied im Europäischen Verbundsystem ENTSO-E und nimmt mit der geografischen Lage in Mitteleuropa eine wichtige Transferstellung ein.

Surudi Milli

Surudi Milli (tadschikisch Суруди миллӣ) ist die Nationalhymne Tadschikistans. Sie wurde 1991, im Jahr der Unabhängigkeit, als Nationalhymne eingeführt. Der Text ist von Gulnazar Keldi und die Musik von Suleiman Yudakov.

47 asiatische Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen: Afghanistan | Armenien | Aserbaidschan | Bahrain | Bangladesch | Bhutan | Brunei | China, Volksrepublik | Georgien | Indien | Indonesien | Irak | Iran | Israel | Japan | Jemen | Jordanien | Kambodscha | Kasachstan | Katar | Kirgisistan | Nordkorea | Südkorea | Kuwait | Laos | Libanon | Malaysia | Malediven | Mongolei | Myanmar | Nepal | Oman | Osttimor | Pakistan | Philippinen | Russland | Saudi-Arabien | Singapur | Sri Lanka | Syrien | Tadschikistan | Thailand | Türkei | Turkmenistan | Usbekistan | Vereinigte Arabische Emirate | Vietnam | Zypern
Abhängige Gebiete: Autonome Region Kurdistan | Palästinensische Autonomiegebiete
Umstrittene Staaten: Abchasien | Bergkarabach, Republik | China, Republik (Taiwan) | Palästina | Südossetien | Türkische Republik Nordzypern
Nationalhymnen der Staaten von: Afrika | Europa | Nordamerika | Ozeanien | Südamerika
Übersicht aller Nationalhymnen

Sabel Siegfried (der Jüngere)

Sabel Siegfried, genannt der Jüngere (* 1437 in Stralsund; † 1491 in Stralsund) war ein Ratsherr und Bürgermeister in der Hansestadt Stralsund.

Er wurde als einziger Sohn des Bürgermeisters Sabel Siegfried (der Ältere) und der Margarethe Krakow geboren; es war die dritte von vier Ehen Sabel Siegfried des Älteren. Die Familie gehörte der einflussreichen Gewandschneiderkompanie an.
Im Jahr 1452 immatrikulierte er sich an der Artistenfakultät der Universität Rostock und legte 1454 die Prüfung zum baccalarius ab. Heinrich Rubenow, mit dem er entfernt verwandt war, riet ihm zum weiteren Studium, und so studierte er ab 1456 an der gerade gegründeten Universität Greifswald und erhielt dort im selben Jahr den Magistergrad. Im Jahr 1458 wurde er Dekan und 1460 Examinator. Er wurde 1461 zum baccalaureus in utroque iure promoviert.
Dem 1457 auf der Flucht befindlichen Heinrich Rubenow bot er Unterschlupf in Stralsund an.
Er erwarb zwischen 1467 und 1471 einen juristischen Doktortitel; Datum und Ort der Prüfung sind nicht exakt belegt, in einer Urkunde aus Bützow aus dem Jahr 1468 wird er erstmals als Doktor des weltlichen Rechts genannt. Ort der Promotion war möglicherweise eine italienische Universität.
Spätestens ab 1466 wirkte er an der Universität in Greifswald als Dozent für weltliches und kanonisches Recht. Nach 1468 widmete er sich dann ausschließlich der Tätigkeit in Stralsund, stand dabei aber weiterhin in Kontakt zu den Universitäten Rostock und Greifswald; vom Rostocker Rektor erhielt er im Jahr 1479 400 Sundische Mark.
Während des Stettiner Erbfolgestreits war Sabel Siegfried als Gutachter tätig. Er diente zusammen mit anderen Juristen den pommerschen Herzögen Erich II. und Wartislaw X..
Ab dem 8. Januar 1472 (andere Quellen nennen das Jahr 1474) war er Ratsmitglied des Rates der Stadt Stralsund. Er vertrat die Stadt als Sendbote auf Hansetagen. Er war 1474, 1475 und 1486 in Lübeck, 1475 in Lüneburg, 1480 in Barth und 1490 in Wolgast auf Verhandlungsreisen für die Stadt tätig. 1486 geriet er zusammen mit den Stralsunder Ratsherren Ewert Segeberg und Heinrich Hofmeister in Gefangenschaft in Stargard, das im Konflikt mit Stralsund lag; gegen die Zahlung eines Lösegeldes wurde er freigelassen. Er unterzeichnete den Friedensvertrag zwischen den beiden Städten im Dezember 1486 in Stettin für seine Heimatstadt.
Am 9. Januar 1482 wurde er Bürgermeister in Stralsund. Er war Testamentsvollstrecker Stralsunder Bürger und als Provisor für die St.-Nikolai-Kirche und das Heilgeisthospital tätig.
Sabel Siegfried besaß Häuser und Anteile daran in Stralsund und Rostock sowie Güter auf der Insel Rügen. Seit 1479 besaß er ein Viertelhaus in der Mönchstraße und ab 1480 eine Bude in der Schneiderstraße. Am Alten Markt erbte er die Hälfte einer Bude. Er bezog jährliche Renteneinkünfte aus einem Haus in der Langenstraße, aus einer Bude am Semlower Tor und einem Haus in der Peltzerstraße sowie aus einem Haus am Rostocker Großen Markt. Er besaß die Güter Paschen/Patzig und Klein Datzow.
Testamentarisch vermachten Sabel Siegfried und seine Ehefrau Teile der Pachteinnahmen aus den Gütern u. a. zugunsten von Stiftungen und des Heilgeisthospitals. Zudem stiftete Siegfried Gelder für das Memorialwesen; er stiftete u. a. eine Ewigmesse in St. Nikolai.
Die Familie Siegfried war eine alteingesessene und begüterte Ratsfamilie der Hansestadt Stralsund, die schon seit dem frühen 14. Jahrhundert Ratsmitglieder stellte. Sie gehörte zur Gewandschneiderkompanie. Nikolaus Siegfried, der Großvater Sabel Siegfried des Jüngeren, war Bürgermeister und stiftete die Siegfriedenvikarie.
Sabel Siegfried der Ältere war in seinen vier Ehen jeweils mit Töchtern von Stralsunder Patrizierfamilien verheiratet (Voet, von Hiddingen, Krakow und Hertegers).
Ein Onkel Sabel Siegfried d. J., Magnus Siegfried, war mit einer Tochter des Bürgermeisters Simon von Orden verheiratet. Die Halbschwestern Sabel Siegfried d. J., Wobbeke und Taleke heirateten in die Stralsunder Familien von Vloten und Trittelvitz ein; Halbschwester Margarethe war in zweiter Ehe mit dem Ratsherren Heinrich Bukow verheiratet.
Sabel Siegfried d. J. war mit Margarethe von der Molen, einer Ratsherrentochter, verheiratet. Er hatte keine Kinder.
Familiäre Beziehungen bestanden über zwei Tanten und über Großnichten Sabel Siegfried d. J. nach Greifswald zu den Familien Rubenow, Junge und Schüting. Dem 1457 auf der Flucht befindlichen Heinrich Rubenow bot er Unterschlupf in Stralsund an.
Ein Verwandter, Johann Siegfried, wurde 1394 Rektor der juristischen Fakultät der Karls-Universität Prag.

Charlottetown

Charlottetown [ˈʃɑːrləttaʊn] ist eine Stadt in Kanada und Hauptstadt der Provinz Prince Edward Island. Sie liegt im Bezirk Queens County und zählt rund 35.000 Einwohner. Charlottetown wurde 1764 gegründet und nach der damaligen britischen Königin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz benannt.

Charlottetown liegt am Charlottetown Harbour, einem natürlichen Hafen, der durch den Zusammenfluss der drei Flüsse Hillsborough, Yorke und Eliot gebildet wird. Durch eine zwei Kilometer lange und 500 m breite Meerenge ist der Hafen mit der Northumberlandstraße verbunden. Die Stadt befindet sich auf einer nach Süden zulaufenden Halbinsel, die im Westen durch den Yorke River und im Osten durch den Hillsborough River begrenzt wird.
Das Gebiet um Charlottetown war ursprünglich von den Mi’kmaq besiedelt. Die ersten europäischen Siedler waren französische Soldaten aus Louisbourg, die 1720 im südwestlichen Teil des Hafens, gegenüber dem heutigen Stadtzentrum, die Festung Port-la-Joye errichteten. Während des Franzosen- und Indianerkriegs eroberten im August 1758 britische Truppen die kleine Siedlung und den Rest der Insel. Die Briten deportierten die französischen Siedler und errichteten an Stelle der verlassenen Siedlung das Fort Amherst.
Der Vermesser Samuel Holland wählte das Gebiet als Standort der Bezirksbehörden des künftigen Queens County. Ein Jahr später wurde die nach Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz benannte Siedlung Hauptstadt der damals noch als St. John’s Island bezeichneten Kolonie. Weitere Vermessungen legten 1768–1771 den Straßengrundriss und die Lage der öffentlichen Plätze fest. Am 17. November 1775 plünderten amerikanische Freibeuter während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges die Stadt und nahmen mehrere Geiseln, die sie später freiließen.
1805 errichtete die britische Garnison eine Festung namens Fort Edward im westlichen Teil des Hafens. 1835 entstand das Government House als Amtssitz des Gouverneurs; heute residiert hier der Vizegouverneur. Zwischen 1845 und 1847 wurde das Parlamentsgebäude, das Province House errichtet. Am 17. April 1855 wurde Charlottetown, das damals rund 6500 Einwohner zählte, zu einer vom restlichen Bezirk eigenständigen Gemeinde erklärt.
Vom 1. bis 8. September 1864 fand hier die Charlottetown-Konferenz statt, an der über die künftige Kanadische Konföderation beraten wurde. Nachdem Charlottetown am 1. Juli 1873 mit dem Beitritt der Insel zu Kanada zu einer Provinzhauptstadt wurde, erhielt es 1885 die Stadtrechte.
1938 erfolgte die Eröffnung eines Luftwaffenstützpunktes der Royal Canadian Air Force, der 1946 zum Flughafen Charlottetown umfunktioniert wurde. In den Werften der Stadt wurden während des Zweiten Weltkriegs zahlreiche Kriegsschiffe repariert und gewartet.
1969 entstand durch die Vereinigung zweier bestehender Hochschulen die University of Prince Edward Island. Das kanadische Ministerium für Veteranen (Veterans Affairs Canada) verlegte 1983 im Rahmen eines Dezentralisierungsprogramms seinen Hauptsitz nach Charlottetown. Nachdem die Canadian National Railway 1989 sämtliche Eisenbahnlinien der Insel stillgelegt hatte, wurden die brachliegenden Bahnanlagen neuen Nutzungen zugeführt. 1995 fusionierte Charlottetown mit den Vorortsgemeinden Sherwood, Parkdale, Winsloe, West Royalty und East Royalty.
Die Wirtschaft Charlottetowns wird dominiert durch die staatliche Verwaltung. Die Provinz-, Bundes- und Stadtbehörden sind bedeutende Arbeitgeber ebenso das Gesundheits- und Bildungswesen. Die wichtigsten Industriezweige sind Nahrungsmittelindustrie und die Herstellung von Holzerzeugnissen, Stahlwaren und Wollwaren. Auch der Tourismus ist für die Stadt von Bedeutung, aufgrund zahlreicher sehenswerter Gebäude aus dem 19. Jahrhundert.
In Charlottetown befinden sich die University of Prince Edward Island, das 1847 erbaute Province House, das Government House und das Museum Confederation Centre of the Arts. Charlottetown besitzt zwei Kathedralen, die römisch-katholische Cathedral Basilica of St. Dunstan und die anglikanische St. Peter’s Cathedral. Das jährlich stattfindende Charlottetown Festival ist die größte Attraktion für den Fremdenverkehr der Insel. Bekannteste Sportmannschaft sind die Charlottetown Islanders, ein Eishockey-Juniorenteam, das seine Heimspiele im Charlottetown Civic Centre austrägt.
Rundfunksender:
Durch die zentrale Lage in der Provinz entwickelte sich die Stadt zu einem Verkehrsknoten. Ende des 20. Jahrhunderts wurden wichtige Straßenverbindungen fertiggestellt. Dazu gehören vor allem der Trans-Canada Highway, der auch die nördlichen Vororte mit dem Riverside Drive, der Hillsborough River Bridge, der North River Causeway/Bridge und der Confederation Bridge im Westen sowie dem Northumberland-Fährterminal im Osten verbindet. Route 2 ist der wichtigste Highway von Ost nach West und führt als Zubringer auf den Trans-Canada Highway.
Charlottetown Airport ist der einzige Flughafen der Provinz mit planmäßigen Flügen. Der Flughafen zählt 280.000 Passagiere jährlich. Er ist auch das Drehkreuz der Prince Edward Air. Das städtische Unternehmen T3 Transit ist der regionale Anbieter des Personennahverkehrs. Das Unternehmen betreibt zehn Routen in der Stadt.
Bundesstaat: Ottawa
Provinzen: Charlottetown | Edmonton | Fredericton | Halifax | Québec | Regina | St. John’s | Toronto | Victoria | Winnipeg
Territorien: Iqaluit | Whitehorse | Yellowknife

Wehrda (Marburg)

50.8361111111118.7602777777778185Koordinaten: 50° 50′ 10″ N, 8° 45′ 37″ O
Lage von Wehrda in Marburg
Wehrda aus Richtung Osten
Wehrda ist ein Stadtteil von Marburg an der Lahn, der Kreisstadt des Landkreises Marburg-Biedenkopf in Hessen, Deutschland. Wehrda hat rund 6600 Einwohner.

Der Stadtteil Wehrda liegt unmittelbar nördlich der Kernstadt Marburg zwischen dem westlichen rechten Ufer der Lahn und dem Waldrand unterhalb des Mosenberges (356 m) und des Gebrannten Berges (340 m), die sich in den Marburger Rücken einreihen. Am östlichen linken Lahnufer gehört unterhalb einer Lahnschleife am Mittelhäuser Berg ein ausgedehntes Gewerbegebiet mit dem Messeplatz im Süden ebenfalls zu dem Stadtteil. Die Gemarkung Wehrda reicht von der Kammlinie des Marburger Rückens im Westen bis an den Fuß der Lahnberge im Osten und umfasst 812 Hektar, davon sind 318 Hektar bewaldet.
Erstmals wurde der Stadtteil Wehrda 1238 als Werthe erwähnt. Der Name des Ortes leitet sich von dem Begriff Werder ab, der eine leicht erhöhte Lage am Ufer bezeichnet. Nach dem ältesten erhaltenen Salbuch (Erbregister) des Amtes Marburg von 1374 war Wehrda neben Cappel, Marbach und Ockershausen ein Hausdorf der Landgrafen von Hessen. Dies bedeutete, dass die Bewohner dieser dem Marburger Schloss am nächsten gelegenen Dörfer zu zusätzlichen Hand- und Spanndiensten für die Landgrafen verpflichtet waren. Die evangelische Martinskirche wurde 1769–74 in ihrer heutigen Form erbaut. Ihr Turm stammt aus dem 14. Jahrhundert. Im Norden von Wehrda befinden sich an einem Bergsporn oberhalb der Lahn Reste der Burgruine Weißenstein, die um 1020 errichtet und noch vor 1200 wieder aufgegeben wurde. Im 16. Jahrhundert erfolgte die Einführung der Reformation, die Einwohnerschaft wurde evangelisch-lutherisch.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Juli 1974 durch Landesgesetz insgesamt 13 Gemeinden in die Stadt Marburg eingegliedert, darunter die Gemeinde Wehrda mit damals knapp 4000 Einwohnern. In den 1970er und -80er Jahren wurden im Norden des Stadtteils große Neubaugebiete errichtet. Auf dem Ostufer der Lahn entstand nördlich der Bundesstraße 3 ein Einkaufszentrum.
Am 26. August 1965 wurde der Gemeinde Wehrda im damaligen Landkreis Marburg ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In einem von Gold und Blau geteilten Schild ein gegengezinnter Balken in verwechselten Farben.
Das Wappen basiert auf dem Wappen der Familie von Wehrda genannt Nodung, die im silbernen (weißen) Schild einen schwarzen Wellenbalken führten. Die Farben sollen auf den hellen Sandstein am Weißenstein und das Wasser der Lahn verweisen.
Wehrda ist über die autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraße 3 mit der Ausfahrt „Wehrda/Cölbe“ an das Fernstraßennetz angeschlossen. Außerdem führen die Landesstraßen 3381 und 3089 durch das Ortsgebiet. Die Kreisstraße K 82 schneidet als Cölber Straße die Lahnschleife ab und verbindet über eine Lahnbrücke den Stadtteil mit dem Gewerbegebiet und der Bundesstraße und über eine weitere Lahnbrücke mit dem nahegelegenen Nachbarort Cölbe.
Die Main-Weser-Bahn verläuft durch das Einkaufszentrum, ein Haltepunkt ist geplant.
Den Öffentlichen Nahverkehr übernehmen die Linien 1 und 4, die am Sachsenring enden und zusammen einen 15-Minuten-Takt bilden. Die Linie 3 fährt am Wochenende alle 30 Minuten ins Einkaufszentrum. Die Linie 19 Ring Nord fährt ein Mal täglich und die Linie 19 Ring Süd zwei Mal täglich zum Universitätsklinikum auf den Lahnbergen. Außerdem halten in Wehrda die Überlandlinien 76 und 481.
Wehrda war bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges ein protestantisch geprägter Ort. Auch heute noch gehört die Mehrheit der Einwohner zu den beiden evangelischen Kirchengemeinden. Durch den Zuzug von Vertriebenen nach Kriegsende und die weitere starke Bevölkerungszunahme stieg der Anteil der Katholiken im Ort an. Im nordwestlichen Ortsgebiet leben auch eingewanderte Muslime.
Insgesamt gibt es in Wehrda eine katholische und drei evangelische Kirchen. Die älteste ist die Martinskirche. Der Glockenturm diente ursprünglich als Schutz- und Wehrturm, der durch die heute noch vorhandene Schutzmauer abgesichert war. Die einstige Bestimmung lässt sich heute noch an den zahlreichen Schießscharten erkennen. Im 17. Jahrhundert wurde der Gottesdienstraum angebaut. In den 2000er Jahren wurde die Kirche innen und außen komplett saniert und am Glockenturm zwei Uhren angebracht, die zu jeder Stunde schlagen.
Weitere evangelische Gotteshäuser sind die neue Trinitatiskirche im nördlichen Neubaugebiet sowie die Evangeliumshalle des Diakonissen-Mutterhauses Hebron am Diakoniekrankenhaus. Sie wurden wie die katholische Kirche am Friedhof erst nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet. Weitere kirchliche Einrichtungen sind die evangelischen Gemeindezentren am Huteweg und in der Wehrdaer Straße.
In Wehrda gibt es zwei Friedhöfe. Der Hauptfriedhof unterteilt sich in oberen, mittleren und unteren Friedhof, wobei letzterer der alte Diakonissenfriedhof ist. Der obere ist der größte. Dort steht auch die Kapelle.
Ein weiterer Friedhof liegt westlich des Diakoniekrankenhauses. Dort werden ausschließlich Diakonissen aus dem angrenzenden Mutterhaus beerdigt.
Wehrda besteht aus drei Ortsteilen: Dem Ortskern, dem Einkaufszentrum und einem Gewerbegebiet. Im Ortskern besteht ein Diakonie-Krankenhaus. Im Einkaufszentrum gibt es ca. 70 Geschäfte auf einer Fläche von 1 km². Außerdem gibt es dort eine Tennishalle mit Plätzen und einen Reitverein. Südlich davon gibt es ein Gewerbegebiet, das südlich des Messeplatzes in das Marburger Gewerbegebiet Nord übergeht.
Lahn-Wehr bei Wehrda 2013
Windpark auf dem südöstlichen Ortsgebiet
Blick vom Windpark auf die in den 1970er Jahren errichteten zwölfstöckigen Hochhäuser
Ein Feld im nördlichen Ortsgebiet
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