Wyoming

Wyoming (engl. Aussprache  [wai̯ˈoʊ̯mɪŋ]a a) ist mit 576.412 Einwohnern (2012) der bevölkerungsärmste Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika und, nach Alaska, der Bundesstaat mit der zweitgeringsten Bevölkerungsdichte. Er liegt im Westen der Vereinigten Staaten und steigt von den Great Plains Ost-Wyomings zu den Rocky Mountains hin an.
Der Name stammt aus der Sprache der Algonkin-Indianer und bedeutet „Große Ebenen“. Er wurde der poetischen Erzählung Gertrude of Wyoming entnommen, die Thomas Campbell 1809 geschrieben hatte.
Der größte Ort ist die Hauptstadt Cheyenne. Der Spitzname ist „Equality State“ nach dem Motto des Staates: „Equal Rights“ (deutsch: gleiche Rechte).

Mit seinen 253.336 km² ist Wyoming flächenmäßig der zehntgrößte Bundesstaat der USA. Nach Colorado ist er mit 2044 m auch der durchschnittlich am zweithöchsten gelegene Staat der USA. Er befindet sich im westlichen Zentrum des US-Staatsgebiets und zählt somit durch seine Lage (wie auch seine Kultur) zum legendären sogenannten (Wilden) Westen (daher auch der Kosename Cowboy State).
Wyoming erstreckt sich auf einer Breite von 450 km zwischen etwa 41° N und 45° N und einer Länge von 550 bis 580 km zwischen etwa 104° W und 111° W und gehört gemeinsam mit seinen südlichen und westlichen Nachbarstaaten Colorado und Utah zu den Bundesstaaten, deren Grenzen fast ausschließlich nach geographischen Längen- und Breitengraden definiert wurden. Die Grenzziehung entspricht (auf einem entsprechenden Kartennetzentwurf, etwa der Mercator-Projektion) mit geringfügigen Abweichungen einem Rechteck.
Im Prinzip ist das Gebiet von Wyoming ein weites, gebrochenes Plateau, aus dem verschiedene Bergkämme der Rocky Mountains aufragen. Aus einer Querschnittsperspektive gesehen, befindet sich dieses Plateau in einer Schräglage, die von einem höher gelegenen Westen in einen tieferen Osten übergeht. Diese Neigung beschreibt auch den Übergang von den weiten östlichen Ebenen der Prärien über zentrale Beckenlandschaften zum westlich gelegenen Felsengebirge. Wyoming ist ein Staat, der die großen Kulturlandschaften der Great Plains und der Rocky Mountains verbindet – eine Position, die er nur mit drei der 50 weiteren Bundesstaaten teilt: Montana im Norden sowie Colorado und New Mexico im Süden.
Eine weitere geographische Bedeutsamkeit ist Wyomings Lage an der Great Continental Divide, der großen kontinentalen Wasserscheide des nordamerikanischen Kontinents, die die Bundesstaatsfläche in nordwestlich-südöstlicher Richtung durchzieht. Sie verläuft entlang der Absaroka Range und Wind River Ranges und setzt sich im Great Divide Basin, und später der Park Range (großteils in Colorado), fort. Alle Flüsse, die östlich dieser Linie entspringen, entwässern Richtung Osten und münden irgendwann alle in den Missouri River, der in den Mississippi River und schließlich in den Atlantischen Ozean (Golf von Mexiko) fließt. Jene Flüsse, die westlich der Wasserscheide ihren Lauf beginnen, enden im Pazifik (entweder im offenen Ozean, wenn sie dem Columbia River westwärts folgen, oder im Golf von Kalifornien, wenn sie nach Süden in den Green River und später den Colorado River entwässern).
Wyoming kann in drei große geographische Räume gegliedert werden, die alle grob ein Drittel des Staatsgebiets umfassen: die Great Plains, die Intermountain Basins (Gebirgsbecken) und die Rocky Mountains.
Der östliche Teil Wyomings wird von den Great Plains (großen Ebenen) eingenommen, weitläufigen Prärien, die sich vom Süden Kanadas durch das Zentrum der USA bis hinunter an die mexikanische Grenze ziehen und eine wesentliche, weltweit bekannte Kulturlandschaft bilden. Sie gaben dem Staat auch seinen Namen, der der Cheyenne-Sprache entnommen ist und große Ebenen bedeutet.
Die Prärien Wyomings sind einerseits durch gänzlich flache Landstriche gekennzeichnet, andererseits jedoch durch die vorherrschenden, sanft rollenden Hügel. Der Großteil dieser Gegend ist von mit Kurzgras bewachsenen, weitgehend baumlosen Steppenlandschaften geprägt, die nur an den Flüssen z. T. von Pappeln und Gebüsch durchsetzt sind. Ackerbau (am ehesten Weizen) ist in diesen windigen, trockenen Weiten kaum möglich, stattdessen wird extensive Weidewirtschaft betrieben.
In der Prärie im Nordosten von Wyoming befindet sich am Belle Fourche River mit 945 m der tiefste Punkt des gesamten Bundesstaates. Dies schließt jedoch größere Erhebungen in derselben Region nicht aus: die Prärien Wyomings haben zu etwa einem Drittel Anteil an den Black Hills, den heiligen Bergen der Sioux und Cheyenne-Völker, die sie Pahá Sapá (Lakota) oder Mo’ōhta-vo’honáaeva (Cheyenne/Algonkin) nennen. Das teils dicht mit Ponderosa-Kiefern bedeckte Inselgebirge erreicht in Wyoming Höhen von knapp über 2000 m und beherbergt ein bekanntes Naturdenkmal: das Devils Tower National Monument, ein monumentaler vulkanischer Monolith, der 386 m über dem Belle Fourche River emporragt und eine Höhe von 1558 m erreicht. Den Sioux und Cheyenne und auch anderen First Nations ist dieser Berg heilig und trägt in Lakota den Namen Mato Tipila (Hütte des Bären).
Vornehmlich im Nordwesten des Bundesstaates und teilweise auch im Südosten erheben sich gewaltige Gebirgsketten, die allesamt Teil der Rocky Mountains sind. Das Felsengebirge splittert sich in Wyoming in verschiedene Bergkämme auf, die sich gewöhnlich in nord-südlicher oder nordwestlich-südöstlicher Richtung erstrecken. Die Bighorn und Laramie Mountains begrenzen hierbei die Prärien und markieren den Übergang in ausgedehnte Beckenlandschaften, die von den Gebirgszügen eingerahmt werden.
Die beeindruckendsten Auffaltungen der Rocky Mountains in Wyoming sind die Absaroka, Teton, Wind River und Wyoming Ranges, sowie die Big Horn Mountains im Nordwesten, denen die niedrigeren und weniger spektakulären Laramie- und Medicine Bow Mountains im Südosten gegenüberstehen. Besonders hoch und wild zerklüftet präsentiert sich die Wind River Range, in der neun Viertausender in den Himmel ragen. Hier befindet sich auch die höchste Erhebung Wyomings: der Gannett Peak, der je nach Messung 4202 m, 4207 m oder 4210 m erreicht.
Ein sehr geschätztes Fotomotiv und Sinnbild mächtiger, unberührter Natur ist die Teton Range mit ihrem 4196 m hohen Grand Teton Peak, dem zweithöchsten Berg des Bundesstaates, am Rande des gleichnamigen Nationalparks südlich des Yellowstone-Nationalpark.
Aufgrund ihrer relativ ergiebigen Niederschläge sind die Bergketten der Rocky Mountains dicht bewaldet. Wegen der Höhe und der Rauheit des Klimas herrschen Nadelbäume vor, mit denen die Holzwirtschaft ein einträgliches Geschäft erzielt. Daneben liegen unter dem Fels wertvolle Rohstoffe wie Ölschiefer, Steinkohle, Eisenerz und Uran. Weiterhin ist der Berg-Tourismus (Wandern, Klettern, Canoeing und Rafting im Sommer, Skifahren in der Wintersaison) von Bedeutung.
Den dritten großen geographischen Raum stellen ausgedehnte Becken dar, die vorwiegend im Zentrum und Südwesten liegen und von den Gebirgszügen eingefasst werden, z. B. die Bighorn, Great Divide, Green River und Wind River Basins. Diese Becken sind relativ hoch gelegen (1000–2000 m), aber eben und großteils mit Kurzgras oder niedrigem Buschwerk bedeckt. Bäume gibt es kaum. Da sie sich direkt im Windschatten der großen Bergketten befinden, sind diese Beckenlandschaften sehr niederschlagsarm und haben deshalb gelegentlich Halbwüstencharakter. Dennoch sind sie gemeinsam mit den Great Plains das Kerngebiet der Bevölkerung und der Landwirtschaft. Ohne Bewässerung ist Ackerbau (vor allem Weizen und Zuckerrüben) hier jedoch kaum möglich.
Eine Besonderheit stellt das Great Divide Basin dar, das eine zu- und abflusslose Halbwüste direkt an der kontinentalen Wasserscheide ist. Hier befindet sich die sogenannte Red Desert (rote Wüste), eine rund 24.000 km² umfassende Halbwüsten- und Wüstengegend, die für ihre Sanddünen bekannt ist, die zu den mächtigsten der USA gehören. Südwestlich davon schließen sich bizarre Schluchten an, wie etwa die farbenprächtige Flaming Gorge, die bereits an die weiter südwestlich liegenden Canyonlands in Utah und Arizona erinnern.
Als ziemlich trockener Flecken der USA besitzt Wyoming naturgemäß keine größeren Feuchtgebiete oder Seenlandschaften. Nur 0,7 % der Staatsfläche sind von Wasser bedeckt. Damit liegt Wyoming an zehntletzter Stelle unter den amerikanischen Bundesstaaten, gemeinsam mit anderen Staaten des Mittleren Westens und Südwestens (Arizona, Colorado, Kansas, Nebraska, etc.).
Fast ein Viertel der gesamten Wasserfläche Wyomings wird vom Yellowstone Lake im gleichnamigen Nationalpark eingenommen, der sich über 352 km² innerhalb der Parkgrenzen erstreckt. Er liegt auf 2376 m Höhe, hat 177 km Uferlänge und misst bei einer mittleren Wassertiefe von 42 m an seiner tiefsten Stelle immerhin 118 m. Herausragend ist seine Stellung als größter Süßwassersee über 2000 m in ganz Nordamerika. Eine flüssige Oberfläche besitzt der Yellowstone Lake jedoch nur etwa die Hälfte des Jahres (und selten wärmer als 15 °C), da er in normalen Wintern von Anfang Dezember bis Ende Mai oder Anfang Juni zufriert. Die Eisschicht ist an vielen Stellen bis zu einem Meter dick, allerdings gibt es Bereiche, in denen flaches, ufernahes Wasser über warmen Quellen liegt, die Eisbildung an diesen Stellen verhindern.
Der zweitgrößte See liegt unweit südlich und gleichfalls über 2000 m Seehöhe. Es ist der 103 km² große Jackson Lake im Grand Teton National Park, der mit 134 m sogar tiefer als der Yellowstone Lake ist. Ursprünglich kleiner, wurde die Wasserfläche durch einen Staudamm erweitert. Auch der Jackson Lake ist das halbe Jahr zugefroren und misst selten über 15 °C, auch in heißen Sommern.
Abgesehen von diesen beiden großen Seen gibt es noch ein paar kleinere, die aber beinahe alle auf Flussaufstauungen zurückgehen, so beispielsweise die Stauseen Bighorn, Boysen, Buffalo Bill, Flaming Gorge, Fontenelle, Glendo, Keyhole, Pathfinder und Seminoe Reservoirs, die allesamt von tragender Bedeutung für die Landwirtschaft und die Wasserversorgung der Städte sind. Die Flussläufe Wyomings haben ihren Ursprung an den Hängen der Gebirgsketten, die die kontinentale Wasserscheide darstellen. Der längste Fluss auf Wyomings Staatsbiet ist der North Platte River im Südosten mit einer Länge von über 500 km. Er ist insofern auch von besonderem Rang, als an ihm drei der wasserreichsten Reservoirs liegen. Der Green River, mit fast 400 km drittlängster Fluss, wird zu zwei großen Stauseen aufgestaut, dem Fontenelle Reservoir und dem Flaming Gorge Reservoir, das sich bis ins benachbarte Utah zieht. Am Wind/Bighorn River, dem zweitlängsten in Wyoming (rund 500 km) befinden sich die Bighorn und Boysen Reservoirs, an denen der Ertrag der Landwirtschaft des Bighorn Basins hängt. Weitere Flussläufe von Bedeutung sind der Snake River, der Belle Fourche und der Powder River, der die Prärie im Nordosten durchzieht, die Flüsse Sweetwater und Laramie River im Südosten, die beide den North Platte speisen, die südwestlich gelegenen Black Fork, Hams Fork und Sandy Rivers (Big Sandy River, Little Sandy River), die in den Green River münden, sowie die kleineren Zubringerflüsse des Wind oder Bighorn River im Bighorn Basin: Greybull, Gooseberry, Nowood und Shoshone.
Die hochgelegenen Plains in Wyoming sind die Heimat von Hasen, Präriehunden, Kojoten, Gabelböcken, Klapperschlangen, Habichten, Moorhühnern und Fasanen. Bisons wie auch Gabelböcke waren Ende des 19. Jahrhunderts in den Plains aufgrund übermäßigen Jagens beinahe ausgerottet, ihr Bestand konnte sich aber dank weitreichender Schutzmaßnahmen stabilisieren. Nachdem die Gabelböcke unter Schutz gestellt worden waren, vermehrten sie sich wieder von etwa 5000 Tieren im Jahre 1903 auf heute mehr als eine halbe Million. Damit leben in Wyoming mindestens so viele Gabelböcke wie Menschen. Wyoming hat darüber hinaus die höchste Gabelbock-Population in den USA und besitzt in der Red Desert mit 40.000–50.000 Exemplaren auch die größte zusammenhängende Herde dieser Tiere in den USA. Die Bisons, von denen zu Kolumbus‘ Zeiten Schätzungen zufolge zwischen 30 und 70 Millionen in gewaltigen Herden den nordamerikanischen Kontinent durchzogen, waren Ende des 19. Jahrhunderts auf unter 1000 Exemplare dezimiert worden. Einerseits verloren die massigen Tiere große Teile ihres Habitats und wurden durch die zunehmende Besiedelung an ihren Migrationszügen gehindert, andererseits wurden sie in weit überzogenem Maße bejagt, vor allem nachdem offensichtlich geworden war, dass mit dem Bison auch viele Indianervölker untergehen würden. Eine der letzten kleinen Bisonherden erhielt mit dem Yellowstone-Nationalpark ein gesichertes Rückzugsgebiet. Ihr Bestand konnte sich dort stabilisieren und lag im Jahr 2007 bei 4700 Tieren. Dies ist die größte frei lebende Herde in den gesamten USA. Zudem gibt es in Wyoming, ebenso wie in etlichen anderen Bundesstaaten, blühende Bison-Ranches, in denen allein in Wyoming tausende Tiere gezüchtet werden. Die Nachfrage nach Bisonfleisch und -leder ist erheblich.
Im Gegensatz zu den Plains sind die Rocky Mountains in Wyoming teilweise bewaldet. In den niederen Bereichen der Rockies leben Pumas, Rotluchse und Maultierhirsche, in den höher gelegenen Bereichen Dickhornschafe und Schneeziegen. Des Weiteren finden sich in den Bergen Säugetiere wie Grauhörnchen, Streifenhörnchen, Waschbären, Baumstachler und Stinktiere, in der Yellowstone-Region auch Wapitis, Elche, Wölfe, Schwarz- und Grizzlybären. Bis in die frühen Jahre des 19. Jahrhunderts waren Biber in den Bergen Wyomings weit verbreitet. Sie wurden ihrer Pelze wegen beinahe ausgerottet. Heute sind sie geschützt, ihr Bestand erholt sich langsam.
Unter den Hirscharten sind Wapitis (dieser Name entstammt der Sprache der Blackfoot-Indianer und bedeutet weißes Hinterteil, im Englischen werden sie als elk (nicht zu verwechseln mit Elch (=moose) bezeichnet) und Maultierhirsche (mule deer)) die bekanntesten Vertreter. In Wyoming gibt es ca. 106.000 Wapitis (Stand 2001) und die größte Wüsten-Wapiti-Herde (desert elk herd) der Welt in der Red Desert. Die Zahl der Maultierhirsche dürfte in die Hunderttausende gehen, wobei in der Red Desert alleine 40.000–50.0000 Exemplare anzutreffen sind.
Die nach wie vor gefährdeten Grizzlybären findet man vorwiegend im Größeren Yellowstone-Ökosystem, wo mit 500 bis 600 Tieren die größte Population in den USA lebt (insgesamt rund 1400 in Montana, Idaho, Washington und Wyoming im Gegensatz zu 50.000–100.000 vor der Entdeckung Nordamerikas bzw. dessen Besiedelung durch Europäer).
Die Zahl der Dickhornschafe liegt bei rund 6000 (Stand 2004) und die der Schneeziegen bei 100 bis 200 Exemplaren. Die Schneeziegen, die vorwiegend in und um den Yellowstone-Nationalpark leben, stellen insofern ein Problem dar, als sie ursprünglich nicht in Wyoming heimisch waren. Laut der Yellowstone-Parkverwaltung haben sie sich hier aber gut eingelebt und bedrohen die Authentizität der Fauna in der Region.
Wyoming erstreckt sich auf einer Breite von 450 km zwischen 41° N bis 45° N und einer Länge von 580 km zwischen 104°3′ W bis 111°3′ W.
Wyoming grenzt im Norden an Montana, im Osten an South Dakota und Nebraska, im Süden an Colorado und im Westen an Utah und Idaho. Neben Colorado ist Wyoming einer von nur zwei US-Bundesstaaten, der ausschließlich von zwei Breiten- und zwei Längengraden begrenzt wird.
Wyoming besitzt ein semi-arides, kontinentales Klima, das mit allerlei Extremen aufwarten kann. Es wird durch mehrere geographische Faktoren geprägt, die sich auf verschiedene Art und Weise in den klimatischen Bedingungen widerspiegeln.
Die Lage des Bundesstaates im Herzen des nordamerikanischen Kontinents, fernab jeglicher größerer Wasserflächen die sich ausgleichend auf das Klima auswirken könnten, sorgt für ein streng kontinentales Klima, das sich durch heiße Sommer, kalte Winter und geringe Niederschläge auszeichnet. Die relativ hohe Lage weiter Teile des Landes (es gibt kaum Gegenden, die unter 1000 m Seehöhe liegen) gepaart mit südlicher Lage (grob zwischen dem 41. und 45. Breitengrad, was in Europa etwa der Höhe Mittelitaliens, Südfrankreichs und Nordspaniens entspricht) und trockener Luft, sorgt für starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Zudem wirken sich die Rocky Mountains entscheidend aus: Sie stellen einerseits eine regelrechte Barriere dar, die feuchte und regenreiche Luftmassen vom Pazifik abschirmt und so für semi-aride Verhältnisse in ihrem Regenschatten sorgen. Andererseits ermöglicht ihre Auffaltung in nord-südlicher Richtung einen mehr oder weniger ungehinderten Austausch der Luftmassen parallel dazu. Das heißt, es kann das ganze Jahr über zu plötzlichen polaren Kaltlufteinbrüchen kommen. Drittens ermöglicht das Gebirge aber auch genau den gegenteiligen Effekt: warme Fallwinde – bekannt als Chinook (vergleichbar dem Alpenföhn) – können vor allem im Winter für ungewöhnlich milde Temperaturen sorgen. Schließlich bedingen die Lage nahe dem Jet-Stream, sowie weite, hügelige Prärielandschaften und Hochebenen ziemlich windige Gegebenheiten.
Im Detail lassen sich zwei lokale Klimatypen erkennen: Einerseits weisen die ausgedehnten Prärien, Hochebenen und Becken im Zentrum, Osten und Südwesten Wyomings ein kontinentales Steppenklima auf – etwa das Powder River Basin, Bighorn Basin, Great Divide Basin und Green River Basin, die mit den größten Orten (Casper, Cheyenne, Gillette, Green River, Rawlins, Rock Springs und Sheridan) auch ein Gros der Bevölkerung vereinen. Andererseits herrscht in den Gebirgsketten und Hochtälern über 1900 m ein Gebirgsklima vor – das betrifft z. B. die Absaroka Range, die Bighorn Mountains, Laramie Mountains, Wind River Range und Wyoming Range, die sich in nord-südlicher Richtung durch den Bundesstaat ziehen und mehrere Gipfel über 4000 m besitzen; in diesen Klimabereich fällt auch der gesamte weltbekannte Yellowstone-Nationalpark, der durchgängig über 2000 m liegt, und das südlich anschließende Gebiet von Jackson Hole, das für seine Wintersportmöglichkeiten berühmt ist.
Das Steppenklima der Prärien zeichnet sich durch ausgesprochen kalte, aber sehr trockene Winter aus. Die Monate Dezember, Januar und Februar sind die trockensten des ganzen Jahres; die Temperaturen fallen des Nachts im Durchschnitt auf −13 bis −8 °C. während die Tageshöchstwerte trotz klirrenden Morgenfrosts meist um den Gefrierpunkt oder im zarten Plusbereich angesiedelt sind (typischerweise −1 bis +4 °C). Kältewellen, die ungehindert aus dem Norden einfallen können, sorgen gelegentlich für erhebliche Temperaturstürze und strengen Frost: Dann kann es nachts auf unter −30 °C abkühlen, und oft steigen auch tagsüber die Temperaturen nicht über −15 °C. Blizzards können auch plötzliche, starke Schneefälle einleiten, die das öffentliche Leben lahmlegen können. Wenn hingegen der warme Fallwind Chinook in den Becken und Ebenen durchgreift, kann es gut und gerne +15 °C geben (sogar in der Nacht); an Spitzentagen sind bis zu +20 °C möglich.
Im Frühling und Frühsommer steigt mit den Temperaturen auch die Feuchtigkeit. Es kann an bis zu zehn Tagen im Monat Niederschlag fallen (das ergibt zwischen 30 und 65 mm Niederschlag, was in weiten Teilen Mitteleuropas selbst in den trockensten Monaten selten erreicht wird!). Im Sommer fällt der Regen häufig in Form heftiger Gewitter, die sich über den aufgeheizten Prärien entladen und oft verheerenden Hagel, Sturm oder Blitzschlag bringen. Im Hochsommer wird es wieder trockener, und die Temperaturen steigen auf ein Durchschnittsmaximum von 27 bis 33 °C tagsüber. Nachts kühlt es in den meisten Gegenden allerdings durch Höhenlage, Trockenheit und Hochdruckzonen empfindlich ab (9–14 °C); außer im Juli und August kann es überall Morgenfrost geben. Andererseits sind Hitzewellen von über 35 °C nicht selten, vielerorts wurden bereits mehr als 40 °C gemessen; damit gehen häufig Trockenperioden einher, in denen jeglicher Niederschlag wochenlang ausbleiben kann. Im Herbst gibt es wieder einen geringfügigen Feuchtigkeitsanstieg, bevor mit dem Frost im Winter erneut sehr trockene Verhältnisse vorherrschen.
Manche Täler bekommen im Regenschatten der Rockies so wenig Niederschlag ab, dass sie als Halbwüsten bezeichnet werden können, so z. B. das Bighorn Basin, in dem im Jahr nur 130–200 mm Niederschlag fallen.
Im Gebirge ist es generell kühler und feuchter. In den Bergketten und Hochtälern, vor allem im gebirgigen und hochgelegenen Nordwesten des Bundesstaates (mit Yellowstone und Jackson Hole), herrscht von Anfang Dezember bis Ende Februar Dauerfrost (z. B. Jackson: Nacht −18, Tag −4 °C; bis unter −40 °C möglich). Dort kommt es im Gegensatz zu den Ebenen in der Winterjahreshälfte zum Niederschlagsmaximum, das ergiebig und meist in Form von Schnee fällt. Davon profitieren schneesichere Skigebiete in Jackson Hole und Umgebung, die bis zu 8 m Schnee pro Jahr ausfassen. Dies liegt an einem häufigen Wolkenstau, bedingt durch die Westwinddrift, die vom Pazifik feuchte Luftmassen Richtung Rocky Mountains schaufelt, wo sie ihre nasse Fracht abladen.
Bis spät in den Mai hinein kämpfen Winter und Frühling in den Gebirgsregionen, jagen sich Regenschauer, Sonne und Schneestürme. Erst im Hochsommer setzt sich trockeneres und wärmeres Wetter durch.
Prinzipiell kann es in Lagen über 2000 m jedoch zu jeder Jahreszeit schneien, auch im Juli. Die Sommer fallen generell sehr unterschiedlich aus: manchmal werden die Bergtäler unablässig von heftigen Gewittern heimgesucht, Hagel, Sturm, Blitzschlag und Starkregen inklusive, dann wieder ist es sehr trocken und sonnig; in manchen Jahren zeigt sich der Sommer sehr kühl (im Ort Jackson gibt es Sommer, in denen nie über 25 °C gemessen wurden), in anderen beinahe heiß (in Jackson wurden beispielsweise bis zu 36 °C gemessen). Morgenfrost gibt es praktisch jeden Sommer.
Die stark kontinentale Prägung des Klimas von Wyoming, gepaart mit lokalen Gegebenheiten, führt zu häufigen Wetterextremen. Im Winterhalbjahr sind dies vor allem Blizzards, die von Norden her einfallen und durch Eisregen und heftige Schneefälle das öffentliche Leben lahmlegen können. Außer im Hochsommer besteht immer Blizzardgefahr. Den Blizzards gegenüber stehen die Extreme des Sommers: Wochen flirrender Hitze und ohne jeglichen Niederschlag setzen der Landwirtschaft regelmäßig stark zu, ebenso wie die heftigen (Hagel-)Gewitter, die zahlreich niedergehen. Der Südosten des Bundesstaates liegt zudem im Einzugsbereich von Tornados, die zwar bedeutend weniger häufig und zerstörerisch auftreten als in den weiter südlich gelegenen Prärien, aber dennoch immer wieder übers Land fegen. Ein Wetterphänomen, das saisonunabhängig auftritt, sind beachtliche Temperaturstürze. Während die Tages- und Nachtschwankungen bereits erheblich sein können (bis zu 30 °C), lassen Luftmassenwechsel oder andere Windphänomene (Blizzards, Chinook) immer wieder die Temperaturen innerhalb weniger Stunden enorm steigen oder fallen. Temperaturschwankungen von bis zu 40 °C innerhalb von 24 Stunden wurden bereits beobachtet.
Die niedrigste je in Wyoming gemessene Temperatur beträgt −54,4 °C (= −66 °F). Dieser Rekord stammt aus gleich zwei Ortschaften, Riverside (2177 m) im Süden des Bundesstaates und Moran (2057 m) im Nordwesten nahe dem Yellowstone-Park, dem kältesten ständig bewohnten Ort Wyomings, und wurde am 9. Februar 1933 gemessen. Ähnlich niedrige Werte wurden seither nur im Yellowstone-Gebiet erreicht (−54 °C). Die höchste Temperatur wurde im Ort Basin im generell als heiß und trocken bekannten, halbwüstenhaften Bighorn Basin im nördlichen Zentrum registriert: sie betrug am 8. August 1983 46,7 °C (= 116 °F).
1900–1990 2000
Wyoming ist seit 1985 der bevölkerungsärmste Bundesstaat der USA, zuvor war es Alaska. 2005 wurde die Bevölkerungszahl Wyomings auf 509.294 geschätzt. Damit hätte die Zahl innerhalb eines Jahres um 3.407 Personen zugenommen, was einem Bevölkerungswachstum von 0,7 Prozent entspricht. Seit der Volkszählung von 2000 stieg die Bevölkerung aufgrund einer höheren Geburts- als Sterberate um 12.165 und aufgrund einer höheren Zu- als Abwanderung um 4.035 Personen. 2004 lag der Ausländeranteil bei 11.000 Personen (2,2 Prozent).
Im Jahre 2000 waren 88,9 Prozent der Bevölkerung Weiße, 6,4 Prozent Hispanics, 2,3 Prozent Indianer, 0,8 Prozent Schwarze, 0,6 Prozent Asiaten und 2,5 Prozent andere. 1,8 Prozent gehörten mehreren Rassen an. Über ein Viertel der Bevölkerung (25,9 Prozent) hatten deutsche Vorfahren, 15,9 Prozent englische, 13,3 Prozent irische, 6,5 Prozent amerikanische und 4,3 Prozent norwegische.
Die Gegend war bereits vor den weißen Einwanderern sehr dünn besiedelt, was vor allem auf ungünstige geographische und klimatische Faktoren zurückzuführen ist. Die derzeit rund 12.000 Native Americans in Wyoming gehören vorwiegend den beiden Stämmen der Cheyenne und Arapaho an. Beinahe die gesamte Urbevölkerung lebt im einzigen Reservat des Bundesstaates im westlichen Zentrum: der Wind River Indian Reservation, die mit 9148 km² als flächenmäßig siebtgrößte Reservation in den USA gereiht ist.
Die Katholische Kirche ist mit 80.421 Mitgliedern die mitgliederstärkste Religionsgemeinschaft in Wyoming. Es folgt die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) mit 47.129 Anhängern. Die größte protestantische Gruppierung ist die Southern Baptist Convention mit 17.101 Anhängern.
Wyoming zählt insgesamt acht Colleges: Casper College, Central Wyoming College, Eastern Wyoming College, Laramie County Community College, Northwest College, Sheridan College, Western Wyoming Community College, Wyoming Technical Institute.
Die University of Wyoming in Laramie ist die einzige Universität des Bundesstaates.
Die Kleinstadt Cody liegt ungefähr 40 km östlich des Yellowstone-Nationalparks. Sie beherbergt ein Buffalo-Bill-Museum, das dem Andenken an William Frederick ‚Buffalo Bill‘ Cody (1846–1917) dient. Buffalo Bill war Ende des 19. Jahrhunderts Mitbegründer der Stadt Cody.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Wyoming zu einem großen Teil von Indianern folgender Stämme bewohnt: Absarokee, Arapaho, Bannock, Cheyenne, Lakota, Pawnee, nördliche und östliche Shoshone sowie Ute. Als die Weißen von Osten weiter und weiter nach Westen vordrangen, gerieten die Indianerstämme Wyomings immer stärker unter Druck.
Seit Ende des 17. Jahrhunderts gehörte Wyoming mit Ausnahme des Südwestens zur französischen Kolonie Louisiana. 1762 ging das Territorium an Spanien, 1800 wiederum an Frankreich. Drei Jahre später erwarben die USA mit dem Louisiana Purchase das Gebiet der Louisiana-Kolonie für 15 Millionen US-Dollar. Der südwestliche Teil gehörte erst zu Utah.
Ende des 18. Jahrhunderts stießen im Norden möglicherweise französische Fallensteller als erste Weiße in das Gebiet von Wyoming vor, gesichert sind aber erst die Reisen von John Colter im Jahre 1807 in die Yellowstone-Gegend. Seinen Berichten von Geysiren und anderen heißen Quellen schenkte kaum jemand Glauben. Zwanzig Jahre später erkundete Jim Bridger den Südpass über die Rockies. Diese Route wurde ab 1841 Teil des Oregon Trails, über den viele Pioniere nach Westen vorstießen. Entlang des Trails schossen in kurzer Zeit viele Forts aus dem Boden, in Wyoming zum Beispiel Fort Laramie (1834) und Fort Bridger (1843). 1850 entdeckte Bridger auch den Bridger-Pass, den ab 1868 die Union Pacific Railroad für ihre Eisenbahnstrecke verwendete. Nachdem Wyoming mit der Eisenbahn erschlossen worden war, wurden von der Bahngesellschaft die ersten Städte wie Cheyenne, Laramie, Rawlins, Rock Springs und Evanston ausgewiesen. Im 20. Jahrhundert wurde ein Highway über den Bridger-Pass gebaut, der Interstate 80.
Nachdem die Union Pacific Railroad 1867 das Gebiet der heutigen Stadt Cheyenne erreicht hatte, stieg die Zahl der Weißen in Wyoming kontinuierlich an. Am 25. Juli 1868 gründeten diese das Wyoming Territory. Im Gegensatz zu den benachbarten Bundesstaaten Montana, South Dakota und Colorado gab es in Wyoming nie einen plötzlichen Bevölkerungszuwachs aufgrund von größeren Edelmetallfunden wie Gold und Silber. Einzig Kupfer wurde in verschiedenen Teilen Wyomings gefunden.
Das Wyoming-Territorium (aus dem der Bundesstaat später entstand) führte 1869 als erstes Gebiet der USA das Frauenwahlrecht ein. Wyoming wählte später auch die erste Frau ins US-Parlament, hatte die erste Friedensrichterin und 1925 mit Nellie Tayloe Ross die erste Gouverneurin (Ministerpräsidentin) eines Bundesstaats der USA.
Im Jahre 1872 gründete die US-Regierung den ersten Nationalpark der Welt, den Yellowstone-Nationalpark, der zu 96 Prozent in Wyoming liegt.
Im 19. Jahrhundert führten viele Indianerstämme Wyomings einen verzweifelten Verteidigungskrieg gegen die einströmenden Weißen. Die verbündeten Lakota, Arapaho und Cheyenne siegten zwar in einigen Scharmützeln und Schlachten über Truppen der US-Armee – den bekanntesten Sieg trugen sie von der Schlacht am Little Bighorn (1876) davon – gegen Ende des 19. Jahrhunderts mussten sie aber vor der weißen Übermacht kapitulieren. Ein wesentlicher Faktor dabei war, dass die Weißen die Bisons systematisch abschossen und damit den Indianern die Lebensgrundlage entzogen. Einer, der sich bei der Bisonjagd besonders hervortat, war William Frederick Cody, besser bekannt als Buffalo Bill. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts lebten alle Indianer Wyomings in Indianerreservaten, meist außerhalb Wyomings. In Wyoming wurde einzig das Wind-River-Reservat gegründet, das von den östlichen Shoshone und den nördlichen Arapaho bewohnt wird.
Am 10. Juli 1890 wurde der Bundesstaat als 44. den USA angeschlossen. Im Jahre 1892 kam es nach Landstreitigkeiten zwischen Weißen zum Johnson-County-Krieg.
Die erste Verfassung Wyomings aus dem Jahre 1890 ist noch immer in Kraft. An der Spitze der Exekutive steht der Gouverneur, der für vier Jahre direkt gewählt wird. Die Legislative Wyomings (Wyoming Legislature) besteht aus einem Senat mit 30 und einem Repräsentantenhaus mit 60 Mitgliedern. Der Bundesstaat schickt einen Abgeordneten in das Repräsentantenhaus und (wie alle Staaten) zwei Senatoren in den Senat. Bei Präsidentschaftswahlen stellt er drei Wahlmänner.
Wyoming gilt als einer der konservativsten und auf nationaler Ebene gesehen einer der am zuverlässigsten republikanisch wählenden Staaten der USA. Seit 1964 hat Wyoming nicht mehr für einen demokratischen Präsidentschaftskandidaten gestimmt. In der Präsidentschaftswahl 2004 hat George W. Bush mit 69 % der Stimmen den drittgrößten Wahlerfolg verbuchen können. Bushs Vizepräsident Dick Cheney ist seit seiner frühen Kindheit in Casper, Wyoming aufgewachsen und hat den Staat von 1979 bis 1989 im Kongress vertreten.
Allerdings wird seit 1975 das Gouverneursamt überwiegend von Demokraten besetzt. Der langjährige Gouverneur Dave Freudenthal wurde 2002 und 2006 wiedergewählt und hatte eine der höchsten Zustimmungsraten des ganzen Landes. Als er nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren durfte, wurde er im Januar 2011 durch den Republikaner Matt Mead abgelöst.
Im Kongress wird Wyoming durch die Senatoren Mike Enzi und John Barrasso sowie die Abgeordnete Cynthia Lummis vertreten; alle gehören den Republikanern an.
Das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag im Jahre 2006 bei USD 39.130 (nationaler Durchschnitt der 50 US-Bundesstaaten: USD 37.717; nationaler Rangplatz: 15).
Historisch gesehen waren Rinder- und Schafzucht die wichtigsten Erwerbszweige in Wyoming und sind immer noch ein wichtiger Bestandteil der Kultur und Lebensart. Wichtigster Wirtschaftszweig ist aber heute der Bergbau (vor allem Erdöl, Erdgas, Kohle, Salz, Uran-, Eisenerz, Trona sowie in den vergangenen zehn Jahren auch vermehrt Methangasgewinnung). Dank künstlicher Bewässerung werden etwas Weizen, Bohnen und Zuckerrüben angebaut. Der Tourismus spielt vor allem in den Rocky Mountains, den beiden Nationalparks und den National Monuments eine bedeutende Rolle.
Bei Cheyenne befindet sich die Francis E. Warren Air Force Base mit dem Hauptquartier der 90th Missile Wing der US Air Force. Ihr unterstehen 150 in ständiger Einsatzbereitschaft gehaltene nukleare Interkontinentalraketen des Typs Minuteman III, deren Stationierungsraum sich über den Südosten von Wyoming, den Westen von Nebraska und den Norden von Colorado erstreckt.
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43.083333333333-107.46666666667Koordinaten: 43° N, 107° W

Magnus Svensson (Eishockeyspieler)

Magnus Svensson (* 1. März 1963 in Tranås) ist ein ehemaliger schwedischer Eishockeyspieler, der in seiner aktiven Zeit von 1980 bis 2002 unter anderem für die Florida Panthers aus der National Hockey League gespielt hat.

Magnus Svensson begann seine Karriere als Eishockeyspieler bei Tranås AIF, für den er bis 1983 aktiv war. Anschließend erhielt der Verteidiger einen Vertrag bei Leksands IF, für den er in den folgenden sieben Jahren in der Elitserien auflief. In diesem Zeitraum wurde er zudem im NHL Entry Draft 1987 in der zwölften Runde als insgesamt 250. Spieler von den Calgary Flames ausgewählt, für die er allerdings nie spielte. Stattdessen lief er in der Saison 1990/91 für den HC Lugano in der Schweizer Nationalliga A auf. Daraufhin kehrte er für drei weitere Jahre nach Leksands zurück, ehe der Olympiasieger von 1994 beim HC Davos in der NLA unterschrieb. Parallel trat der Schwede in der Saison 1994/95 für die Florida Panthers in der National Hockey League an, nachdem die Calgary Flames die Rechte am Spieler nach Florida transferiert hatten.
Nachdem Svensson in der Saison 1995/96 in 27 Spielen elf Scorerpunkte für die Panthers in der NHL erzielte, kehrte er ein weiteres Mal nach Leksands zurück. Dort spielte er bis zu seinem Karriereende im Jahr 2002, mit Ausnahme der Saison 1999/2000, in der er in der Schweiz bei den Rapperswil-Jona Lakers aktiv war.
Für Schweden nahm Svensson an den Weltmeisterschaften 1987, 1990, 1994 und 1997 sowie den Olympischen Winterspielen 1994 in Lillehammer teil.

Aktin

Aktin (engl. actin; von griechisch ἀκτίς aktis ‚Strahl’) ist ein Strukturprotein, das in allen eukaryotischen Zellen vorkommt. Es ist Bestandteil des Zytoskeletts und eines der fünf häufigsten Proteine in Eukaryoten; in Muskelzellen ist jedes zehnte Proteinmolekül ein Aktinmolekül, in anderen Zellen beträgt der Anteil 1–5 %. Aktin bildet aneinandergereiht als F-Aktin dynamische Aktinfilamente. Diese Mikrofilamente dienen der Stabilisierung der äußeren Zellform, der Ausbildung von Zellfortsätzen, intrazellulären Verlagerungen und gerichteten zellulären Bewegungen. In mehrzelligen Organismen werden sie zu zentralen Komponenten für eine Muskelkontraktion. Veränderungen in den für Aktine codierenden Genen können zu Muskel- und anderen Erkrankungen führen.

Aktin wurde erstmals 1887 von William Dobinson Halliburton experimentell aufgezeigt. Er untersuchte in Analogie zur Gerinnung des Blutplasmas die Bedingungen, unter denen Proteine in Zellflüssigkeiten der Muskulatur ihre Zustandsform verändern („koagulieren“), und stellte den Einfluss eines Extraktes heraus, das er als „Myosin-Ferment“ bezeichnete. Halliburton konnte seine Forschungen nicht weiter vertiefen, sodass die eigentliche Entdeckung des Aktins heute Brunó Ferenc Straub zugeschrieben wird, der als Forschungsassistent im Labor Albert Szent-Györgyis am Institut für medizinische Chemie der Universität von Szeged in Ungarn über Proteine in Muskelzellen arbeitete.
Straub entwickelte 1942 eine neue Technik zur Extraktion von Muskelproteinen, die es ihm erlaubte erhebliche Mengen an relativ reinem Aktin zu gewinnen, und die im Wesentlichen unverändert heute noch angewendet wird. Szent-Györgyi hatte zuvor die zähflüssigere Form eines Myosins langsamer Muskelzellen als die „aktivierte“ Form beschrieben, und da Straubs Protein bei Myosinlösungen den gleichen Effekt zeigte, wurde es als „Aktin“ bezeichnet. Gibt man dem Gemisch bzw. dieser Zusammensetzung der beiden Proteine, „Aktomyosin“ genannt, dann ATP zu, so nimmt seine Zähflüssigkeit wieder ab.
Auf Grund der Kampfhandlungen während des Zweiten Weltkrieges waren Szent-Györgyi und Straub nicht in der Lage, ihre Arbeit in westlichen Wissenschaftsjournalen zu veröffentlichen. Erst 1945 konnten sie ihre Thesen in den Acta Physiologica Scandinavica veröffentlichen und der Begriff Aktin wurde damit auch im Westen bekannt. Straub setzte seine Arbeit mit Aktin fort und berichtete 1950, dass Aktin gebundenes ATP enthält, welches während der Polymerisation der Mikrofilamente hydrolysiert wird zu ADP und anorganischem Phosphat, wobei das entstehende ADP zunächst gebunden bleibt. Straub vermutete, dass schon die Umwandlung von gebundenem ATP zu gebundenem ADP bei der Muskelkontraktion eine erhebliche Rolle spielen würde. Tatsächlich trifft dies nur für glatte Muskulatur zu, wie jedoch erst 2001 experimentell nachgewiesen werden konnte.
Die Abfolge der Aminosäuren in der Polypeptid-Kette eines Aktins wurde 1973 von M. Elzinga und Mitarbeitern vollständig angegeben. Die Kristallstruktur des G-Aktins konnte 1990 von Kabsch und Kollegen dargestellt werden. Im gleichen Jahr schlugen Holmes und Kollegen, nachdem sie (Ko-)Kristallisationsversuche mit unterschiedlichen Proteinen durchgeführt hatten, ein Modell für F-Aktin vor. Das Verfahren der Ko-Kristallisation wurde in den Folgejahren wiederholt eingesetzt, bis 2001 das isolierte Protein zusammen mit ADP kristallin dargestellt werden konnte. Allerdings gibt es bislang für das F-Aktin noch keine Röntgenstrukturanalyse mit hoher Auflösung. Möglich geworden war die Kristallisation des F-Aktin durch die Verwendung eines Rhodamin-Konjugates, welches die Polymerisation durch Blockierung der Aminosäure cys-374 verhindert. Christine Oriol-Audit gelang es bereits 1977, Aktin in Abwesenheit von Aktin-bindenden Proteinen (ABP) zu kristallisieren. Doch waren die resultierenden Kristalle für die damalige Technik zu klein, um sie weiter analysieren zu können.
Zwar liegt derzeit für das Aktin in fadenförmiger Gestalt, das filamentäre oder F-Aktin, noch kein hochauflösendes Modell vor, doch konnten Sawaya und sein Team 2008 zu einem genaueren Bild der Struktur beitragen, das sich auf die Analyse verschiedener Kristalle von Aktin-Dimeren stützt, bei denen zwei G-Aktine über unterschiedliche Bindungsstellen verbunden sind. Das hierauf beruhende Modell wurde von Sawaya und Lorenz weiter verfeinert. Mit Methoden der Kryo-Elektronenmikroskopie und der Nutzung von Synchrotron-Strahlung konnte jüngst eine höhere Auflösung erreicht werden mit der Möglichkeit, die Interaktionen und Konformationsänderungen von G-Aktin während des Übergangs zu F-Aktin bei der Bildung von Aktin-Filamenten besser zu verstehen.
Aktin wird von einer Genfamilie kodiert. Der Mensch hat sechs paraloge Varianten, die sich nur in wenigen Aminosäuren unterscheiden und in verschiedenen Gewebetypen exprimiert werden; funktionell sind diese Isoformen als alpha-, beta- oder gamma-Aktine differenzierbar.
Liegt Aktin als einzelnes Molekül (Monomer) vor, wird es als globuläres Aktin oder G-Aktin bezeichnet. Seine zum Protein kugelförmiger Gestalt aufgefaltete Polypeptidkette hat bei einer Länge von 375 Aminosäuren ein Gewicht von ca. 42 kDa. Aktin ist ein evolutionär hoch konserviertes Protein; beispielsweise weichen die Aktine von Algen und die von Menschen nur in einem Siebtel ihrer Aminosäuren voneinander ab, beziehungsweise stimmen die codierenden Genabschnitte zu über 85 % in ihrer Basensequenz überein. Ein bakterielles Homolog des Aktins ist FtsA.
Monomeres globuläres oder G-Aktin kann sich aneinanderlagern und zu filamentärem oder F-Aktin polymerisieren, das den Hauptbestandteil von Mikrofilamenten bildet. Der Polymerisationsvorgang, bei dem sich mehrere kugelförmige G-Aktine zu einem unterschiedlich langen fadenförmigen F-Aktin aneinanderreihen, kann sehr dynamisch verlaufen – ebenso der umgekehrte Vorgang, der Abbau des Filaments zu G-Aktin. Das Aktin-Gerüst oder -Netz einer Zelle ist derart den aktuellen Erfordernissen rasch anpassbar und kann so auch Zellbewegungen tragen. Der Auf- und Abbau von Aktin-Filamenten kann durch Zytoskelett-Inhibitoren gehemmt werden.
Aktin bildet als Bestandteil des Zytoskeletts ein dichtes, steifes, dreidimensionales kortikales Netz unterhalb der Plasmamembran, das durch die oben genannten Verbindungsproteine vernetzt ist. An bestimmten, spezifischen Punkten der Zelle tritt dieses Netzwerk verstärkt auf, z. B. in Membranausbuchtungen (Mikrovilli, Pseudopodien, Synapsen) sowie bei bestimmten Zellkontakten (Adherens Junctions, Tight Junctions) und tragen so zur Form und Stabilität von Zellen und Geweben bei.
Viele Transmembranproteine (Kanäle, Pumpen, Rezeptoren, Zelladhäsionsproteine) werden direkt oder indirekt an diesem kortikalen Aktinnetzwerk „gefesselt“ an ihrem Platz gehalten. Funktionell zusammengehörende Proteine werden dadurch auch in räumlicher Nähe gehalten. Entlang des Aktinnetzes erfolgt auch der Kurzstreckentransport von Vesikeln zur Membran durch Myosine, eine Klasse von Motorproteinen (während der Langstreckentransport von Mikrotubuli mit deren Motorproteinen Dynein und Kinesin übernommen wird). Dabei übernehmen die Myosine zum Teil die von Dynein/Kinesin herangebrachten Ladungen.
Viele eukaryotische Zellen besitzen ein hohes Maß an Bewegungsfähigkeit, Zellmotilität oder auch Zellmigration genannt, um beispielsweise Eindringlinge in den Körper unschädlich machen zu können (Zellen des Immunsystems), Wunden heilen zu können (z. B. Hautzellen) oder um allgemein Zellen zu bewegen (in der Entwicklung oder bei einzelligen Organismen wie z. B. Amöben). Diese Beweglichkeit beruht hauptsächlich auf zwei Prozessen: Der gerichteten Aktinpolymerisierung in die Bewegungsrichtung (geregelt durch eine Anzahl von Regulatoren die auf Signale von der Zellperipherie reagieren), und der Aktin-Myosin-Interaktion in Fibrillenbündeln (stress fibers), kontraktile Zugseile, die durch die Zelle verlaufen und formgebende Elemente mit der Unterlage verspannen. Um die Zellumgebung zu „erfühlen“ und eine neue Bewegungsrichtung einzuleiten, spielt die Ausbildung von Zellauswüchsen wie Filopodien und Lamellipodien eine bedeutende Rolle. Diese werden durch Aktinfilamente gebildet und stabilisiert.
Der Kontraktionsapparat aller Arten von Muskulatur, also alle makroskopische Bewegung des Körpers und seiner inneren Organe (z. B. Darmperistaltik), basiert auf der Aktin-Myosin-Wechselwirkung. Dabei sind zahlreiche Aktinfilamente, Myosin II und andere Proteine in großer Zahl in hochgeordneter Weise angeordnet. Für Details sei auf die Artikel zu Muskelgewebe verwiesen.