Schwanenkönig

Besetzung
Schwanenkönig ist ein Album der deutschen Rockgruppe Karat aus dem Jahr 1980. Aufgenommen wurde es in den Amiga-Studios in der Ost-Berliner Brunnenstraße. Das Album erschien zeitgleich in beiden Teilen Deutschlands.

Schwanenkönig gilt als das lyrischste aller Alben von Karat, da es mit den Titeln Magisches Licht, Tiefsee, Schwanenkönig und Le Doyen I und Le Doyen II relativ viele ruhige, textlich verschlüsselte und tiefgründige Songs enthält. Einige der härteren Songs (Der Boxer, Großstadt) wirken dagegen etwas oberflächlich gearbeitet. Vor allem wegen der auffälligen Neigung zur leicht mystischen, verschlüsselten Lyrik fiel die Kritik zu diesem Karat-Album erstmals wahrnehmbar gespalten aus, was dem Erfolg der Platte im Osten und Westen Deutschlands jedoch keinen Abbruch tat. Trotz des balladesken Übergewichts gehört der Hardrock Das Narrenschiff zu den erfolgreichsten und am intensivsten erarbeiteten Titeln des Albums. Über die Thematik des mittelalterlichen Buchs „Narrenschiff“, geschrieben vom Humanisten Sebastian Brant, wurde hier nicht nur Kritik an menschlichen Lastern sondern auch an der Politik geübt. Das Titellied Schwanenkönig avancierte in kurzer Zeit zu einem der größten Hits der Band.
In der DDR und in der Bundesrepublik Deutschland kam das Album gleichzeitig, aber mit unterschiedlichem Artwork heraus.
Als Singles wurden die Titel Magisches Licht mit Großstadt sowie zusätzlich in der Bundesrepublik Deutschland der Titelsong Schwanenkönig mit Le Doyen II ausgekoppelt.
Insgesamt konnte sich Schwanenkönig etwas über 700.000 Mal verkaufen, in der Bundesrepublik Deutschland verfehlte es nur knapp eine Goldene Schallplatte.
Der Textautor Norbert Kaiser verfasste folgenden Begleittext, der auf dem LP-Cover erschien: „Bevor der Schwanenkönig für Euch auf die Reise geht, ein paar begleitende Anmerkungen zu einigen Liedern dieser dritten KARAT-LP, die nach einer turbulenten Tourneesaison im Januar 1980 aufgenommen wurde. Griechischer und nordeuropäischer Mythologie ist das Motiv des singenden Schwans; in wechselnder Form und Aussage fand es in allen Kunstepochen Verwendung. Der Titelsong, der Elemente der Ballade und des Volksliedes vereint, wurde angeregt durch eine Fabel Leonardo da Vincis. Die lyrische Erinnerung Le Doyen gilt einem Abend in Paris, wo KARAT im September 1979 gastiert hatte. Eine Tradition aus dem 15. Jahrhundert nimmt Das Narrenschiff auf. Zur Fastnacht 1494 erschien die Erstausgabe des gleichnamigen Buches des Humanisten Sebastian Brant mit einem Holzstich-Zyklus des jungen Albrecht Dürer. Analog zu mittelalterlichen Sittenspiegeln wird eine Parade menschlicher Torheiten, Schwächen und Laster aufgeführt. Einhundertelf Narren versammelte Brant in seiner schellenklingenden Galerie, die als Volksbuch binnen kurzer Frist zum ersten literarischen ‚Welt‘-erfolg deutscher Sprache avancierte. Für den Tanz zum ‚Mitternacht-Blues‘ hat sich unser Faun einen verbeulten Wedekindschen Frack geliehen. Die Tiefsee, angelegt als psychologische Studie, versucht in ungewohnten Bildern Verborgenes freizulegen, was zwischen den Mühlsteinen der Gewohnheit und der Oberflächlichkeit manchmal zerrieben zu werden droht. Für Euch, die Ihr den Regenbogen liebt, hat KARAT das ‚Magische Licht‘ entzündet: haben Henning und Bernd ihre Saiten verzaubert, hat Micha seinen Herzschlag getrommelt, haben Herbert und Ed ihr Bestes gegeben.“
Der Titelsong wurde 1998 von der österreichischen Band Schürzenjäger zusammen mit dem SWF-Orchester für das Jubiläumsalbum „25 Jahre Schürzenjäger“ im klassischen Stil neu aufgenommen.
Martin Becker • Claudius Dreilich • Christian Liebig • Bernd Römer • Michael Schwandt • Ulrich „Ed“ Swillms
Konrad Burkert • Herbert Dreilich • Thomas Kurzhals • Thomas Natschinski • Hans-Joachim Neumann • Ulrich Pexa • Henning Protzmann
Karat (1978) • Über sieben Brücken (1979) • Schwanenkönig (1980) • Der blaue Planet (1982) • Die sieben Wunder der Welt (1984) • Fünfte Jahreszeit (1987) • … im nächsten Frieden (1990) • Karat 91 (1991) • Die geschenkte Stunde (1995) • Balance (1997) • Ich liebe jede Stunde (2000) • Licht und Schatten (2003) • 30 Jahre Karat • Weitergeh’n (2010) • Seelenschiffe (2015)
Ostrock in Klassik Vol. 1 (2007) • Ostrock in Klassik Vol. 2 (2009) • Ostrock in Klassik Gold Edition (2010) • Rock Legenden (2014) • Rock Legenden Live (2015)
Auf dem Weg zu euch (1985) • 25 Jahre – Das Konzert (2001) • Symphony (2013) • 40 Jahre – Live von der Waldbühne Berlin (2015)

Bremer Discontokasse

Die Bremer Discontokasse war eine Geschäftsbank für die Hansestadt Bremen. Sie wurde 1817 gegründet, um das Bremer Geschäftsleben zu befördern.
Das Grundkapital betrug 300.000 Thaler Gold. Thaler Gold ist der Name der damaligen Bremer Währung im Goldstandard und im Wert etwa einem Taler gleich. Das Grundkapital war eingeteilt in 600 Aktien zu je 500 Thaler Gold. Entsprechend dem in Bremen zu Beginn des 19. Jahrhunderts umlaufenden Geld war das Kapital in Pistolen zu je 5 Thaler Gold einzuzahlen. Die Discontokasse nahm Einlagen im Gegenwert von mindestens 50 Reichstalern an. Die Gutschrift war durch eine Verpfändung des eingezahlten Grundkapitals gesichert. Es war gesetzlich vorgeschrieben, dass das Barkapital (der Actienfonds) nicht unter 100.000 Thaler Gold fallen durfte.
Die Aktionäre der Bremer Discontokasse einigten sich 1856 mit zusätzlichen Investoren darauf, die Bremer Bank zu gründen, in der die Discontokasse aufging. Über eine Fusion mit der Dresdner Bank (1896) geht die Bremer Niederlassung der Commerzbank auf die Discontokasse zurück.

Trecase

Trecase ist eine Gemeinde mit 9134 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der Metropolitanstadt Neapel, Region Kampanien.
Die Nachbarorte von Trecase sind Boscotrecase, Ercolano, Ottaviano, Torre Annunziata und Torre del Greco.
Trecase zählt 3135 Privathaushalte. Zwischen 1991 und 2001 fiel die Einwohnerzahl von 9595 auf 9179. Dies entspricht einem prozentualer Abnahme von 4,3 %.
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Lebensstandard

Lebensstandard drückt das reale Niveau des Besitzes und Konsumierens von Gütern und Dienstleistungen aus und ist als quantitative Größe objektiv messbar. Demnach wird damit der materielle Wohlstand und das physische Wohlbefinden für einen Menschen, eine soziale Gruppe, einer sozialen Schicht, eines bestimmten Gebietes oder eines Staates vergleichbar gemacht.
Nach Artikel 25 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hat jeder Mensch ein Recht auf „einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet“. Dabei sind Lebensmittel (Trinkwasser und Nahrungsmittel), Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen ausdrücklich eingeschlossen.

Der Systemwissenschaftler Ervin László und der Naturwissenschaftler Ernst Ulrich von Weizsäcker warnen davor, die Ideologie der Gegenwart – die einen ständig steigenden Lebensstandard anstrebt – von den Industriestaaten auf die übrige Welt zu übertragen. Die Ressourcen der Erde würden nicht ausreichen, um sowohl die Menschheit zu versorgen als auch die Stabilität der Ökosysteme zu erhalten. Die internationale Studie „Living Planet Report“, die jährlich vom Global Footprint Network herausgegeben wird, bestätigt diese Befürchtungen: Wir bräuchten fünf Planeten wie die Erde, wenn alle Menschen so leben würden wie die US-Amerikaner heute (2014). In Deutschland ist der ökologische Fußabdruck mehr als doppelt so groß wie die weltweit durchschnittlich verfügbare Biokapazität. Da eine intakte Umwelt eine elementare Voraussetzung für einen hohen Lebensstandard ist, sieht Laszlo die Lösung in der Entwicklung neuer Wertvorstellungen jenseits der Wachstumsideologie: Lebensstandard müsste im Sinne von Lebensqualität völlig neu und nachhaltig definiert werden, um der Forderung der Menschenrechte nachzukommen und die Regenerationsfähigkeit der Biosphäre dauerhaft zu erhalten.
Vor allem aufgrund seiner rein materiellen Betrachtung wird das Konzept von Vertretern nicht-westlicher Kulturen bisweilen als eurozentrisch eingestuft.
In der Volkswirtschaft wird der (allgemeine) Lebensstandard mit Indikatoren gemessen. Hierbei werden je nach Methode wirtschaftliche und soziale Indikatoren berücksichtigt. Oft als Maßstab genommen werden:
Seltener findet man:
Anthropometrische Daten, Kalorienkonsum, Arbeits- und Freizeit sind neben Haushaltsein- und ausgaben weitere Indikatoren des Lebensstandards.
Der allgemeine Lebensstandard in westlichen Ländern unterscheidet sich stark von dem in Entwicklungsländern. Eine hohe Dynamik und damit verbunden große Unterschiede zwischen Arm und Reich (d. h. hohem und niedrigem individuellen Standard) findet sich in den sogenannten Schwellenländern. Der allgemeine Lebensstandard ist unter anderem von der technischen Entwicklung abhängig. Beispielsweise zählte in Westeuropa in den 1950er Jahren eine – heute selbstverständliche – Waschmaschine nicht zum allgemeinen Standard. Als weiteres Beispiel ist in ländlichen Regionen entwickelter Länder ein Leben ohne Auto heute bereits mit starken Einschränkungen verbunden; der bisher nur individuelle Standard entwickelt sich hier langsam zum allgemeinen Standard, wobei arme Bevölkerungsgruppen davon ausgeschlossen sein können. Auch die Intaktheit der Umwelt hat Auswirkungen auf den Lebensstandard (z. B. Zersiedelung, Luft- und Bodenbelastung durch die Industrie).
Ein Industriearbeiter im 19. Jahrhundert musste typischerweise 12 Stunden täglich arbeiten, zuzüglich rund 2 Stunden häusliche Tätigkeiten. Demgegenüber wenden Jäger- und Sammlervölker – selbst in afrikanischen oder australischen Wüstengebieten – im Mittel nur 2,5 Stunden für die Nahrungsbeschaffung und 3,5 Stunden für alle weiteren Tätigkeiten auf. Beim einfachen Feldbau liegt der Wert bei knapp 7 Stunden; beim intensiven Bewässerungsfeldbau in Südostasien jedoch bereits bei fast 9,5 Stunden täglich. Wird der Lebensstandard an diesem Zeitaufwand für die täglichen Tätigkeiten für den Unterhalt, den Haushalt, die Kinder u.s.w. gemessen, liegt ein amerikanischer Durchschnittsbürger heute mit 11 Stunden täglich am unteren Ende der Skala!
Der individuelle Lebensstandard bezeichnet das Niveau der Lebensbedingungen einer Person im Vergleich zu Anderen (zumeist derselben Gesellschaft). Auf individueller Ebene gelten insbesondere materielle Güter wie z. B. ein modernes Auto, schöne Kleidung, regelmäßige Flugreisen oder ein komfortabler Platz zum Wohnen als Ausdruck eines „angemessenen“ Lebensstandards (auch: des Lebensstils) in den Industrieländern.
Jedoch weist schon der „komfortable Wohnort“ auch auf andere als materielle Dinge hin. Die modern mit allem Komfort ausgestattete Mietwohnung in sozialer Brennpunktlage hat erheblich andere Lebensqualität als ein rundum modernisiertes Fachwerkhaus in einer Altstadt. Der Verzicht auf ein Auto oder Flugreisen, der in den Augen vieler sicher ein Verlust an Lebensstandard darstellt, wird von manchen umweltbewussten Menschen als Gewinn an Lebensqualität empfunden.
Lebensqualität und -standard werden außerdem von Möglichkeiten der Teilhabe an kulturellen Gütern beeinflusst – das Existenzminimum beispielsweise reicht nicht für den Besuch von Gaststätten; Theater und kulturelle Veranstaltungen, Museen, Funk- und Fernsehen (Rundfunkgebühr), öffentliche Bibliotheken können auf dieser Basis nur mit hohen Ermäßigungsregelungen genutzt werden. Inwieweit hier jedoch ein „Fehlen“ von Teilhabemöglichkeiten festgestellt wird, hängt u. a. vom Bildungsstand ab. Auch Bildung gehört wie eine Reihe anderer Werte (Gesundheit, Gewaltfreiheit, etc.) zum individuellen Lebensstandard. In einigen Industriestaaten lässt sich zurzeit beobachten, dass der Wohlstand zunimmt, gleichzeitig aber auch die soziale Ungleichheit (Anzahl der von Armut betroffenen) wächst. Familien mit minderjährigen Kindern und insbesondere Alleinerziehende sind dabei in der Gruppe mit niedrigem Lebensstandard überrepräsentiert.
Auf das Individuum bezogen spricht man bei einer am bisherigen Einkommen orientierten sozialen Sicherung auch von einer Sicherung des Lebensstandards. Beispielsweise bezeichnet man die Sicherung des Lebensstandards im hohen Lebensalter als Alterssicherung. Die Sicherung des Lebensstandards ist einerseits Aufgabe des Einzelnen, andererseits Gegenstand der Politik (Sozialpolitik, Familienpolitik u. a.). Staatliche Rahmenbedingungen hierfür werden unter den Begriff Wohlfahrtsstaat gefasst.
In der Bundesrepublik Deutschland ist die Sozialversicherung an der Sicherung des bisherigen Lebensstandards orientiert. Die soziale Absicherung orientierte sich lange Zeit bei Arbeitslosigkeit (Bezug der ehemaligen Arbeitslosenhilfe) und bei Scheidung (Unterhalt) am Erhalt des bisherigen Lebensstandards durch eine am früheren Einkommen orientierte Absicherung. Von diesem Prinzip ist mit der Einführung des Arbeitslosengeldes II abgerückt worden: der Anspruch Langzeitarbeitsloser hängt seitdem von einer Bedürftigkeitsprüfung ab und orientiert sich nunmehr am (sozio-kulturellen) Existenzminimum; es stellt damit keine Sicherung des früheren Lebensstandards mehr dar. Von diesem Prinzip wurde ebenfalls durch die Unterhaltsreform (Gesetz zur Reform des Unterhaltsrechts) abgerückt: der Unterhalt orientiert sich nunmehr nicht dauerhaft am ehelichen Lebensstandard, sondern ist auf nacheheliche Eigenverantwortung ausgerichtet.
Nach dem amerikanischen Ethnologen Marshall Sahlins begann die Entwicklung der Menschheit mit der ursprünglichen Wohlstandsgesellschaft, die von weitgehender Bedürfnisbefriedigung und reichlich arbeitsfreier Zeit für alle Menschen geprägt war. Erst mit der Entwicklung der verschiedenen Herrschaftsformen sowie der Arbeitsteilung und Spezialisierung kam es zu sozialer Ungleichheit mit einer oftmals drastischen Verschlechterung des Lebensstandards einzelner, rangniedriger Gesellschaftsschichten.
Auf den Lebensstandard dieser Menschen vor der Neolithischen Revolution schließt man anhand von Vergleichen mit heutigen lokalen Ethnien, die noch von traditionellen Subsistenzwirtschaften leben. Ein wichtiger Indikator ist die mittlere tägliche Energiezufuhr durch Lebensmittel. Diese unterscheidet sich erheblich zwischen Gesellschaften und beträgt etwa 6.280 kJ (= 1.500 kcal) bei den Yanomami bis zu etwa 15.900 kJ (= 3.800 kcal) bei den Aché.
Im vorindustriellen England konsumierte man täglich geschätzte 9.630 kJ (= 2.300 kcal). Die Yanomami haben dabei eine größere Abwechslung als es die Engländer hatten: Während die Engländer sich hauptsächlich von Brot und ein wenig Käse und Speck ernährten, standen auf dem Speiseplan der Yanomami zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, unter anderem Wildschwein, verschiedene Vögel, Insekten und Fische, Früchte und Gemüse. Ein anderer Indikator des Lebensstandards ist die Körpergröße, wobei eine zunehmende Größe mit größerem Lebensstandard verbunden wird. Sie deutet auf keinen Zuwachs des Lebensstandards vor der Industriellen Revolution hin. Jäger und Sammler waren nicht kleiner als Europäer im 18. Jahrhundert, und teilweise größer als Asiaten.
Großen Einfluss auf die Arbeitswelt hatte die Industrielle Revolution. Uneinheitlich wird jedoch die Entwicklung des Lebensstandards zu dieser Zeit betrachtet. Wie die britische Wirtschaftsentwicklung der auf dem europäischen Kontinent um Jahrzehnte vorauslief, so auch die Veränderungen der Sozialstruktur und der proletarischen Existenzbedingungen. Deshalb stand auch zunächst die Entwicklung des Lebensstandards der britischen Arbeiterschaft im Zuge der Industriellen Revolution – wie bei Engels – im Mittelpunkt des Interesses der zeitgenössischen Beobachter. Eine Studie von Peter H. Lindert und Jeffrey G. Williamson aus dem Jahr 1983 schätzte die Entwicklung der Reallöhne zwischen 1755 und 1851 in mehreren Berufen und kam zu dem Ergebnis, dass Löhne von 1781 bis 1819 nur leicht anstiegen, im Zeitraum 1819–1851 sich hingegen verdoppelten. Diese Sicht wurde von anderen Ökonomen teilweise in Frage gestellt. Charles Feinstein verwendete einen anderen Preisindex als Lindert und Wiliamson und meinte, dass der Anstieg der Löhne deutlich geringer gewesen sein müsse. Untersuchungen zur Körpergröße stellen eine Abnahme dieser für den Beginn der industriellen Revolution im Europa des späten 18. Jahrhunderts fest, was John Komlos auf die große Ungleichheit zu dieser Zeit zurückführt.
Die meisten Wirtschaftshistoriker stimmen darin überein, dass die Einkommensverteilung zwischen 1790 und 1840 ungleicher wurde. „Was die Anteile am Sozialprodukt betrifft, steht fest, dass die Steigerung der Kapital- und Renteneinkommen weit über und jene der Lohneinkommen weit unter der Steigerung des durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens lag.“ Berücksichtigt man die Folgen von Arbeitslosigkeit, Umweltverschmutzung und Bevölkerungsdichte, erscheint eine zeitweilige Verschlechterung des Lebensstandards plausibel. Teilweise wird argumentiert, dass eine Reihe von Kriegen (Amerikanische Revolution, Napoleonische Kriege, Britisch-Amerikanischer Krieg) die positiven Effekte dämpften. Osterhammel resümiert: „Insgesamt verbesserte sich das Leben der arbeitenden Bevölkerung in England zwischen 1780 und 1850 nicht. Danach zogen die Löhne deutlich an den Preisen vorbei, und die Lebenserwartung begann allmählich zu steigen.“
Im 20. Jahrhundert kam es, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg, zu einem rapiden Wachstum des Lebensstandards in Industrieländern. Damit verbunden wuchs z.B. die Körpergröße bei Skandinaviern, Deutschen und Franzosen im Mittel um etwa 18 Zentimeter. Es stiegen unter anderem auch die Lebenserwartung und der Bildungsstand, die Kindersterblichkeit nahm rapide ab. Die Ungleichverteilung des Lebensstandards in den USA nahm nach dem Zweiten Weltkrieg weiter ab, stieg jedoch seit Mitte der 1970er Jahre wieder an. Langfristige Entwicklungen bei Einkommensunterschieden folgten auch in den meisten westeuropäischen Ländern und westlichen Ablegern einer U‑Kurve: Die Ungleichheit im Einkommen ging gegen Ende des 19. Jahrhunderts bis etwa 1970 zurück und steigt seitdem in den OECD-Mitgliedsstaaten wieder an.

Vysoký

Vysoký, bis 1946 Hohenwald ist eine Ortschaft der Gemeinde Heřmanice in Tschechien. Sie liegt sechs Kilometer nordöstlich von Chrastava an der Grenze zu Polen und gehört zum Okres Liberec.

Vysoký befindet sich am Osthang des Lysý vrch (Kahleberg, auch Hochwald; 643 m) im Südwesten des Isergebirges. Westlich erhebt sich der Kančí vrch (Schwarzberg, 680 m), im Süden liegen der Kameniště (Steinberg, 608 m) und der Spálený vrch (Brandberg, 581 m). Östlich entspringt der Luční potok, im Süden der Vítkovský potok und im Südwesten der Jasný potok.
Nachbarorte sind Markocice, Heřmanice und Kristiánov im Norden, Dětřichov im Nordosten, Albrechtice u Frýdlantu im Osten, Filipov und Mlýnice im Südosten, Nová Ves und Růžek im Süden, Dolní Vítkov und Horní Vítkov im Südwesten, Jasna Góra im Westen sowie Bogatynia im Nordwesten.
Die Ansiedlung Hunwald entstand zwischen 1605 und 1608 als die Besitzerin der Herrschaft Friedland, Katharina von Redern, am Hochwald 15 hölzerne Chaluppen errichten ließ. Hunwald war das höchstgelegene Dorf der Herrschaft und reichte bis auf 639 m ü.M. Seit 1635 lag der Ort an der Grenze zu Kursachsen. 1834 bestand Hohenwald aus 31 Häusern und hatte 185 Einwohner. Das Amt des Erbrichters übte von 1642 bis zur Abschaffung im Jahre 1849 die Familie Zücker aus. 1830 wurden am Kahleberg eine Holländerwindmühle errichtet.
Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Hohenwald ab 1850 einen Ortsteil der Gemeinde Christiansau im Gerichtsbezirk Friedland. Zu dieser Zeit bildete die Hausweberei die Haupterwerbsquelle der Bewohner. Während des Deutschen Krieges zog hier das preußische Heer über die Grenze nach Österreich und zerstörte die Wittiger Windmühle.
1880 lebten in dem Dorf 234 Menschen. Zwischen 1898 und 1899 wurde die Verbindungsstraße von Olbersdorf nach Ober Wittig errichtet. Bis 1894 wurden nacheinander nur Mitglieder der Zücker-Familie zum Ortsbürgermeister gewählt. Gepfarrt war Hohenwald nach Ober Wittig. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden in dem Dorf weitere Häuser errichtet, jedoch nahm die Zahl der Einwohner ab. Im Jahre 1900 bestand Hohenwald aus 42 Häusern und hatte 206 Einwohner, die allesamt der deutschen Volksgruppe angehörten. Mittelpunkt des Dorfes war der Kretscham, in ihm befand sich der Gasthof und eine Bäckerei und Metzgerei; zugleich war er Sitz des ehrenamtlichen Ortsbürgermeisters. Schulorte waren Ober Wittig und Olbersdorf. Drei Grenzwege führten ins sächsische Reichenau. Im Ort gab es zwei Gastwirtschaften, einen Laden, sowie einen Dachdeckerbetrieb.
Nach dem Münchner Abkommen wurde das Dorf 1938 dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte bis 1945 zum Landkreis Friedland. 1939 lebten in dem Ort nur noch 136 Menschen. Nach Kriegsende kam das Dorf zur Tschechoslowakei zurück und die deutschen Bewohner wurden vertrieben. Das Dorf wurde 1946 in Vysoký umbenannt und gehörte ab 1958 zur Gemeinde Heřmanice im Okres Frýdlant. Die Wiederbesiedlung erfolgte nur in geringem Umfang und viele der Neusiedler verließen den abgelegenen Ort bald wieder. Seit den 1960er Jahren war Vysoký fast vollständig verlassen und die meisten Häuser dem Verfall preisgegeben. Diese wurden hiernach abgerissen. Mit Beginn des Jahres 1961 erfolgte die Eingemeindung nach Dětřichov und 1986 nach Frýdlant. Seit November 1990 ist Vysoký eine Grundsiedlungseinheit der Gemeinde Heřmanice. Ständige Einwohner hat Vysoký keine mehr.

Kennewick-Mann

Die Überreste des sogenannten Kennewick-Mannes (Kennewick Man) wurden am 28. Juli 1996 am Ufer des Columbia Rivers im Süden des US-Bundesstaates Washington in der Nähe der Stadt Kennewick gefunden. Die Knochen wurden mit der Radiokohlenstoffdatierung auf 7.300 v. Chr. (8410±60 uncal. BP) datiert, besaßen jedoch morphologische Merkmale, die nicht mit denen der indianischen Überreste der Epoche übereinzustimmen schienen. Genetische Untersuchungen wurden erst 2015 veröffentlicht, nach diesen ist der Kennewick-Mann eindeutig indianisch und nahe verwandt mit den Völkern, die bis heute in der Region seines Fundes leben.

Am Rand einer Wassersportveranstaltung fand ein Zuschauer einen Schädel in einem Uferbereich des Columbia Rivers, der dem US Army Corps of Engineers unterstellt ist. Der Gerichtsmediziner rief den Anthropologen James C. Chatters der Central Washington University hinzu, der mit Helfern zwischen dem 28. Juli und dem 29. August 1996 in einem Bereich von nur gut 20 m Uferstrecke im Schlamm etwa 350 Knochen und Knochenteile bergen konnte, die zusammen ein nahezu vollständiges Skelett ergaben. Alle langen Knochen lagen in unmittelbarer Nähe des Schädels. Nach dem ersten Augenschein konnte es sich um einen modernen Menschen europäischer Herkunft und damit ein mögliches Verbrechensopfer handeln, allerdings wurde schnell eine abgebrochene Speerspitze aus Stein in einem Beckenknochen steckend gefunden, wie sie für die Archaische Periode typisch ist. Deshalb wurde eine Datierung mittels der Radiokohlenstoffmethode in Auftrag gegeben. Diese ergab ein Alter der Knochen von 8370 ±60 unkorrigierten Kohlenstoffjahren Before Present.
Das Corps of Engineers stufte den Fund daher als indianisch ein. Nach dem Native American Graves Protection and Repatriation Act von 1990 müssen alle im Bundesbesitz befindlichen Körperteile und Kultgegenstände von Indianern an ihre Nachfahren übergeben werden, damit sie entsprechend ihrer Kultur bestatten werden können. Das Corps of Engineers stoppte alle laufenden Tests und beschloss, die Knochen fünf örtlichen Indianervölkern zur Bestattung zu übertragen. Acht Archäologen verschiedener Universitäten erhoben Klagen gegen das Corps of Engineers, weil die Knochen zu alt wären, als dass es sich um einen Vorfahr der fünf heute in der Region ansässigen Völker handele und erreichten eine einstweilige Verfügung, nach der die Untersuchungen weitergehen durften.
Chatters leitete die umfangreichen Tests, die verschiedene Fachrichtungen, Institute und Einrichtungen umfassten. Der Fundort wurde auf seine Stratigraphie und Geologie untersucht und Skelett anhand verschiedener Merkmale mit heutigen Bevölkerungsgruppen verglichen. Die Altersbestimmung der Knochen wurde mit archäologischen Methoden verfeinert und ergab nach Korrekturen und Kalibrierung ein Alter von 9330-9580 Jahren.
Missverständnisse ergaben sich, weil der Anthropologe Chatters die Morphologie des Kenewick-Manns als „caucasoid-like“ bezeichnete, was ein Fachbegriff der forensischen Anthropologie darstellt, der Begriff in den Medien jedoch als „caucasoid“ (kaukasisch) im Sinne der Rassenzuordnung in der US-Bevölkerungsstatistik und damit als europäischer Herkunft verstanden wurde. Deshalb wurde der Kennewick-Mann zum Auslöser eine Diskussion über die Abstammung der Indianer und die Geschichte der Besiedelung Amerikas.
Nähere Untersuchungen kamen zum Ergebnis, dass der Kennewick-Mann etwa 1,73 m groß, zwischen 70 und 75 kg schwer gewesen sein müsse und er bei seinem Tod etwa 40 bis 45 Jahre alt war. Das Erscheinungsbild seines Skeletts wies Merkmale verschiedener heutiger Bevölkerungsgruppen auf. Es gab Merkmale die denen der Ainu, den japanischen Ureinwohnern, am nächsten verwandt waren, andere deuteten auf Indianer des amerikanischen Südwestens, etwa in Arizona hin. Der Versuch einer Rekonstruktion des Gesichts anhand des Schädelknochens ergab erstaunliche Ähnlichkeiten mit dem englischen Schauspieler Patrick Stewart, was wieder zu Spekulationen über die Herkunft führte.
Das Skelett wies verschiedene Verletzungen auf. Seit langem verheilt war ein Bruch des linken Unterarms, der allerdings zu einer dauerhaft eingeschränkten Beweglichkeit des Ellenbogengelenks geführt haben muss. Die steinerne Speerspitze mit einer Größe von 79 mm im Beckenknochen war auch eine ältere Verletzung. Das Bruchstück war von neugebildetem Gewebe abgekapselt, der Knochen verheilt. Allerdings gibt es Hinweise, dass daraus eine chronische Entzündung erwachsen ist, die den Mann noch bis zu seinem Tod beim Gehen beeinträchtigt haben könnte. Mindestens sieben Rippen waren aufgrund eines flächigen Stoßes von vorne gebrochen, die Verletzung kann eine akute Entzündung ausgelöst haben. Als Todesursache wurde deshalb entweder eine Komplikation der chronischen Entzündung, eine akute Entzündung oder die Folgen der Verletzung des Oberkörpers angenommen.
Die Überreste werden bis zum Abschluss der juristischen Auseinandersetzungen im Burke Museum in Seattle aufbewahrt.
Lange Zeit galt die Clovis-Kultur als erste amerikanische Kulturstufe, und die heutigen Indigenen Völker als Nachkommen jener Menschen, die während der letzten Eiszeit über die Beringstraße nach und nach einwanderten. Neben anderen Funden in Südamerika und Mittelamerika war es vor allem der Kennewick-Fund, der partiell einen Paradigmenwechsel in der Besiedlungsdebatte des amerikanischen Kontinents eingeleitet hat.
Morphologische Merkmale ließen darauf schließen, dass der Kennewick-Mann mit den Ainu, den japanischen Ureinwohnern, verwandt war. Daher wurde über eine gesonderte Einwanderungswelle über die Beringstraße oder über das Beringmeer spekuliert. Die erstmalige Auswertung genetischer Analysen des Knochenmaterials ergaben aber Mitte 2015, dass der Kennewick-Mann eindeutig näher mit den Indianern Nordamerikas verwandt ist als mit irgendeiner anderen Menschengruppe. Die größte Übereinstimmung hat seine DNA mit der der Confederated Tribes of the Colville Reservation. Er wird im Allgemeinen als herumziehender Jäger gesehen; die steinerne Speerspitze und andere Verletzungen weisen auf Auseinandersetzungen hin.
Neben neuen wissenschaftlichen Thesen stieß der Fund auch Auseinandersetzungen zum Umgang mit den sterblichen Überresten an. So klagten die heutigen Bewohner des Gebiets, die Yakama, Umatilla, Nez Percé und Colville, vor Gericht, weil sie den als ihren Vorfahren reklamierten Mann beisetzen wollten. Die rechtliche Grundlage dafür bietet seit 1990 ein Gesetz (Native American Graves Protection and Repatriation Act; Abkürzung NAGPRA), in dem die Rückgabe von kulturellen Hinterlassenschaften der Indianer Nordamerikas an ihre Nachfahren geregelt wird. Verschiedene Anthropologen, darunter Grover Krantz, vertraten die Ansicht, dass die Überreste nicht durch die NAGPRA geschützt seien, da sie aufgrund anatomischer Unterschiede nicht als Vorfahren der heutigen Indianer gelten könnten. Der Rechtsstreit war 2010 noch nicht zu einer Klärung gelangt, da die Modifikation eines Paragraphen im NAGPRA-Gesetz erneut aufgeschoben wurde.
Das Gleiche gilt für den etwa von 8600 v. Chr. stammenden Fund aus Nevada, der als Spirit-Cave-Mann bezeichnet wird, der ebenfalls abweichende Charakteristika aufweist und als Vorfahre heutiger Indianerstämme reklamiert wird. Schließlich gehört die als Buhl Woman (nach Buhl in Idaho) bezeichnete weibliche Leiche in diese Reihe, die sogar über 10.000 Jahre alt ist, aber für die First Nations typische Züge aufweist. Sie wurde nach der wissenschaftlichen Analyse beigesetzt.
Alle diese Funde weisen möglicherweise auf Menschen aus dem pazifischen Raum hin, aber zugleich auch auf solche aus Nordasien, oder aber auf genetische Veränderungen innerhalb der Menschengruppen.
2010 sagte die Regierung zu, alle menschlichen Überreste – von insgesamt etwa 40.000 Individuen – an die Stämme zurückzugeben. Die Bestimmungen beziehen sich dabei nicht mehr auf den Nachweis einer genetischen Verwandtschaft, sondern nur noch darauf, auf welchem Stammesgebiet die Funde gemacht wurden. Damit könnte, falls dies von einem Stamm beantragt wird, der Kennewick-Mann beigesetzt werden.
46.225625-119.16907104Koordinaten: 46° 13′ 32″ N, 119° 10′ 9″ W

Afenifere

Die Afenifere ist eine sozio-politische Organisation in Nigeria, die besonders im Südwesten des Landes zu den einflussreichsten Interessenverbänden zählt.
„Afenifere“ („diejenigen, die Gutes wünschen“) war ursprünglich nur der Yoruba-Name der 1951 in Owo gegründeten Action Group, einer politischen Partei, die in der Südwestregion dominierte. Nach dem Militärputsch von 1966 wurden sämtliche politischen Parteien aufgelöst und verboten. In dieser Situation gründete sich die Afenifere, welche die vom Gründer der Action Group Obafemi Awolowo formulierten Prinzipien: Modernisierung, Demokratisierung und Föderalismus als parteiunabhängiger Interessenverband weiterverfolgte. Auch nach Wiedereinführung der Demokratie im Jahre 1979 und dann erneut 1999 konstituierte sich die Afenifere nicht wieder als politische Partei, sondern fungierte als politisch-ideologischer Machtblock zwischen den Parteien. Die Afenifere hatte während der Militärdiktatur unter Ibrahim Babangida und Sani Abacha wesentlichen Anteil an der Koordinierung der demokratischen Opposition im Lande.
Heutzutage übt sie erheblichen Einfluss auf die zweitstärkste Oppositionspartei der Alliance for Democracy (AD) aus. Sie ist eingetragenes Mitglied im Yoruba Leaders Forum, einem Dachverband der Yoruba, dem auch die ethnische Miliz Oodua People Congress (OPC) angehört. Behauptungen, nach denen der OPC der militante Arm der Afenifere sei, werden von beiden Seiten stets verneint. Die Afenifere, die nach ihrem Selbstverständnis nicht nur Sprecher der Yoruba Minderheit ist, sondern konsequent das Prinzip des Regionalismus für ganz Nigeria vertritt, findet parteiübergreifend Zustimmung bei vielen progressiven Politikern in Nigeria. Sie ist daher nicht mit der soziokulturellen Yorubaorganisation Egbe Omo Oduduwa zu verwechseln.

Christoph 63

Christoph 63 D-HGWD
Christoph 63 über Leipzig
Christoph 63 (früher: Christoph Leipzig) ist der Funkrufname eines Rettungshubschraubers des ADAC, der für die Luftrettung in der Stadt Leipzig und umliegenden Regionen zur Verfügung gestellt wurde.

Der Hubschrauber ist im Luftrettungszentrum Dölzig in Schkeuditz-Dölzig stationiert. Er ist täglich rund um die Uhr in Einsatzbereitschaft. Er wird von der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle Leipzig (Funkrufname Florian Leipzig) zu Rettungseinsätzen mit Notarztindikation alarmiert, wenn ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) nicht rechtzeitig zur Verfügung steht oder die Art der Verletzung den Transport eines Patienten mittels Hubschrauber erforderlich macht.
Bei seinen Einsätzen ist Christoph 63 mit einem Piloten der ADAC Luftrettung, einem Notarzt und einem Rettungsassistenten besetzt. Die Rettungsassistenten gehören zur Hubschrauberbesatzung (HEMS Crew Member) und unterstützen den Piloten im Bereich der Kommunikation und Navigation, während der Notarzt juristisch gesehen ein Passagier ist.
Christoph 63 wurde am 1. Juni 1991 in Dienst gestellt. Betreiber war die bis zum 31. Oktober 2005 die Internationale Flugambulanz, welche durch die ADAC Luftrettung abgelöst wurde.
Zunächst war der Rettungshubschrauber, gemeinsam mit Christoph 61, am Flughafen Leipzig/Halle stationiert. Am 12. Dezember 2007 wurde der neue Standort in Gewerbegebiet Dölzig eingeweiht, seitdem sind die beiden Rettungshubschrauber dort stationiert.
Der Name Christoph geht auf den heiligen Christophorus zurück, den Schutzpatron der Autofahrer. Nach ihm tragen alle deutschen Rettungshubschrauber den BOS-Funk-Rufnamen Christoph, gefolgt von einer Nummer bei Rettungshubschraubern und einer Bezeichnung zum Standort bei Intensivtransporthubschraubern.
Hubschrauber für Primäreinsätze Christoph 1 | Christoph 2 | Christoph 3 | Christoph 4 | Christoph 5 | Christoph 6 | Christoph 7 | Christoph 8 | Christoph 9 | Christoph 10 | Christoph 11 | Christoph 12 | Christoph 13 | Christoph 14 | Christoph 15 | Christoph 16 | Christoph 17 | Christoph 18 | Christoph 19 | Christoph 20 | Christoph 22 | Christoph 23 | Christoph 25 | Christoph 26 | Christoph 27 | Christoph 28 | Christoph 29 | Christoph 30 | Christoph 31 | Christoph 32 | Christoph 33 | Christoph 34 | Christoph 35 | Christoph 36 | Christoph 37 | Christoph 38 | Christoph 39 | Christoph 40 | Christoph 41 | Christoph 43 | Christoph 44 | Christoph 45 | Christoph 46 | Christoph 47 | Christoph 48 | Christoph 49 | Christoph 60 | Christoph 61 | Christoph 63 | Christoph 65 | Christoph 70 | Christoph 80  Christoph Europa 1 | Christoph Europa 2 
Dual-Use-Hubschrauber Christoph 42 | Christoph 51 | Christoph 53 | Christoph 54 | Christoph 62 | Christoph 77  Christoph Europa 5  Christoph Halle | Christoph Murnau | Christoph Regensburg 
Hubschrauber für Sekundäreinsätze Christoph Berlin | Christoph Brandenburg | Christoph Hansa | Christoph Gießen | Christoph München | Christoph Niedersachsen | Christoph Nürnberg | Christoph Rheinland | Christoph Rhein-Main | Christoph Sachsen-Anhalt | Christoph Thüringen | Christoph Westfalen | Christoph Dortmund | Christoph Weser
SAR-Dienst der Bundeswehr Marine: SAR 10 | SAR 21  Heer: SAR 41 | SAR 56 | SAR 58 | SAR 87 

Jakob II. (Mallorca)

Jakob II. von Mallorca (katalanisch: Jaume II de Mallorca; * 1243 in Montpellier; † 1311 auf Mallorca) stammte aus dem Haus Barcelona und war von 1276 bis zu seinem Tode König von Mallorca.

Jakob war ein jüngerer Sohn des Königs Jakob I. von Aragón und dessen Ehefrau Yolanda von Ungarn. Sein Vater hatte 1235 die Balearen von den Mauren erobert und führte seither den Titel König von Mallorca. Gemäß dem väterlichen Testament sollte Jakob die Inseln und zusätzlich die Grafschaften Cerdanya und Grafschaft Roussillon sowie Montpellier als ein souveränes Königreich erhalten. Damit geriet Jakob allerdings in einen Gegensatz zu seinen älteren Bruder, König Peter III. von Aragón, der die Aufteilung des väterlichen Besitzes nicht akzeptierte. Jakob konnte sich nicht lange gegen seinen Bruder behaupten und musste bereits 1279 in Perpignan seine Unabhängigkeit aufgeben und ihn als seinen Oberlehnsherren anerkennen. Im Jahr 1283 verbündete er sich dennoch mit Frankreich nachdem Peter infolge der sizilianischen Vesper von Papst Martin IV. exkommuniziert wurde. Der Kreuzzug gegen Aragon, den König Philipp III. von Frankreich durchführte, scheiterte jedoch 1285 und Jakob musste die Annexion Perpignans und Mallorcas durch Peter hinnehmen. Peter beabsichtigte Mallorca wieder mit Aragón zu vereinen, doch sicherte der zwischen Aragón, Frankreich und Neapel ausgehandelte Friedensvertrag von Anagni (1295) den weiteren Fortbestand Mallorcas unter den Bedingungen von 1279.
Jakob gab seine Politik gegen Peter auf und kümmerte sich fortan um die Verwaltung seines Königreiches. Er galt als Förderer des Handels und der Wissenschaft, besonders des Philosophen Ramon Llull. Er war darüber hinaus in Palma de Mallorca ein sehr tätiger Bauherr: Im Jahr 1309 wurde das Castell de Bellver fertiggestellt, und den Bau der Kathedrale La Seu, in der er auch bestattet wurde, trieb er weiter voran.
Jakob II. war seit dem 12. Oktober 1275 verheiratet mit Esclarmonde von Foix († nach dem 22. November 1299), einer Tochter des Grafen Roger IV. von Foix und der Brunissende von Cardonna. Ihre Kinder waren:

Business Inkubator Ventspils

Der Business Inkubator (BI) Ventspils ist eine mit öffentlicher Beteiligung getragene Institution zur regionalen Wirtschaftsförderung der Hafenstadt Ventspils in der Region Kurland im Westen Lettlands. Nach dem Beitritt Lettlands zur Europäischen Union im Mai 2004 wurden zahlreiche Projekte unterstützt und finanzielle Mittel zur Förderung einzelner Regionen erst zugänglich. Der Business Inkubator ging dabei als Teil des sogenannten PHARE Programms hervor, welches Investitionsbeihilfen für Infrastrukturen, sowie Regionalentwicklung in den neuen Beitrittsländern der Europäischen Union vorsah. In der Region Kurland ist der BI die einzige Institution, die Unternehmensgründer im High-Technology Bereich unterstützt. Der BI wurde im Februar 2006 gegründet und ist eine strukturelle Einheit der Stiftung Ventspils High Technology Park, dem Technologie und Innovationszentrum in Ventspils.

In erster Linie werden junge Unternehmer und Existenzgründer, die im High Tech Bereich tätig sind, während ihrer Aufbauphase in einem Zeitraum von 3 Jahren begleitet. Neben der Entwicklung und Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen wird auch bei der Vermarktung Unterstützung geleistet. Außerdem steht die Beratung junger Unternehmen bei der Erstellung von Business Plänen, bei Finanzierungsfragen und beim Marketing im Vordergrund. Zurzeit arbeiten 20 Angestellte in 8 verschiedenen Start-Up-Unternehmen im Business Inkubator, wobei dessen Räumlichkeiten mit zunehmender Nachfrage weiter ausbaufähig sind. Der BI hat zurzeit eine Fläche von 460 m2 und wird 2008 auf 1000 m2 ausgebaut. Neu gegründete Unternehmen können sich maximal 3 Jahre lang im Business Inkubator aufhalten und dürfen nach ihrer “Inkubationszeit” maximal 5 Jahre alt sein.
Der BI bietet jungen Unternehmen während dieser Zeit eine Reihe von Beihilfen an:
Diese finanzielle Beihilfe für die jungen Unternehmen wird dabei vom lettischen Staat in verschiedenen Raten, abhängig vom Alter des jeweiligen Unternehmens, gewährt:
Hohe finanzielle Verpflichtungen werden in der Aufbauphase bewusst von den jungen Unternehmen ferngehalten, um Ihre Entwicklungsfähigkeit zu fördern. Die jungen Unternehmen können darüber hinaus auch verschiedene Arten von Beratungsdienstleistungen in Anspruch nehmen, für die jeweils noch zusätzlich ein einmaliger Betrag vom lettischen Staat vergeben wird.
Folgende Beratungsprogramme stehen dabei zur Auswahl:
Über die Aufnahme der Unternehmen im Business Inkubator entscheidet eine Auswahlkommission in der, neben dem Vorstand des Business Inkubators, auch Vertreter der Hochschule Ventspils sind. Die Unternehmen dürfen bei ihrer Aufnahme nicht älter als 3 Jahre sein und müssen im High-Technology-Bereich tätig sein. Die Kommission entscheidet unter der Berücksichtigung verschiedener Kriterien über die Realisierbarkeit und Tragfähigkeit der Geschäftsideen.
Das Team des Ventspils High-Technology Parks besteht sowohl aus Wirtschafts- und Finanzfachleuten, als auch aus der Jurisprudenz und der Industrie, die u.a. spezialisiert sind in der Innovations- und Technologieentwicklung. Im Jahr 2007 setzt sich der Vorstand des Ventspils High-Technology Park, der Verwaltungsvorstand, sowie der Vorstand des Business Inkubators wie folgt zusammen:
Seit der Gründung im Februar 2006 besteht außerdem ein enges Netzwerk von Kooperationspartnern aus den Kernbereichen Wirtschaft und Bildung, sowie Wissenschaft und Forschung. Die Förderung von Innovationen, sowie die industrielle und wirtschaftliche Entwicklung in Ventspils werden durch diese enge Zusammenarbeit der drei Kernbereiche unterstützt.
Dabei ist die Hochschule Ventspils (Ventspils University College) einer der Hauptpartner des Business Inkubators. Mit seinem Ingenieurforschungszentrum und dem Internationalen Zentrum für Radioastronomie trägt die Hochschule maßgeblich zur Entwicklung neuer Produkte bei. Weitere Synergieeffekte entstehen auch durch die Partnerschaften zu Allgemeinen Bildungseinrichtungen, der 20. Berufsschule Ventspils und der Außenstelle der Technischen Universität Riga in Ventspils.