Sons of Anarchy/Episodenliste

Diese Episodenliste enthält alle Episoden der US-amerikanischen Dramaserie Sons of Anarchy, sortiert nach der US-amerikanischen Erstausstrahlung. Zwischen 2008 und 2014 entstanden in insgesamt sieben Staffeln 92 Episoden mit einer Länge von jeweils etwa 45 Minuten.

Die Erstausstrahlung der ersten Staffel war vom 3. September bis zum 26. November 2008 auf dem US-amerikanischen Kabelsender FX zu sehen. Die deutschsprachige Erstausstrahlung sendete der deutsche Free-TV-Sender Kabel eins vom 6. November bis zum 18. Dezember 2012.
Die Erstausstrahlung der zweiten Staffel war vom 8. September bis zum 1. Dezember 2009 auf dem US-amerikanischen Kabelsender FX zu sehen. Die deutschsprachige Erstausstrahlung sendete der deutsche Free-TV-Sender Kabel eins vom 19. März bis zum 30. April 2013.
Die Erstausstrahlung der dritten Staffel war vom 7. September bis 30. November 2010 auf dem US-amerikanischen Kabelsender FX zu sehen. Die deutschsprachige Erstausstrahlung sendete der deutsche Free-TV-Sender Kabel eins vom 30. April bis 11. Juni 2013.
Die Erstausstrahlung der vierten Staffel war vom 6. September bis zum 6. Dezember 2011 auf dem US-amerikanischen Kabelsender FX zu sehen. Die deutschsprachige Erstausstrahlung sendete der deutsche Free-TV-Sender ProSieben Maxx vom 23. April bis zum 28. August 2014.
Die Erstausstrahlung der fünften Staffel war vom 11. September bis zum 4. Dezember 2012 auf dem US-amerikanischen Kabelsender FX zu sehen. Die deutschsprachige Erstausstrahlung sendete der deutsche Free-TV-Sender ProSieben Maxx vom 12. September bis zum 4. Oktober 2014.
Die Erstausstrahlung der sechsten Staffel war vom 10. September bis zum 10. Dezember 2013 auf dem US-amerikanischen Kabelsender FX zu sehen. Die deutschsprachige Erstausstrahlung sendete der deutsche Free-TV-Sender ProSieben Maxx vom 13. Februar bis zum 1. Mai 2015.
Die Erstausstrahlung der siebten Staffel war vom 9. September bis zum 9. Dezember 2014 auf dem US-amerikanischen Kabelsender FX zu sehen. Die deutschsprachige Erstausstrahlung sendete der deutsche Free-TV-Sender ProSieben Maxx ab dem 23. Dezember 2015.

Lotte Reiniger

Lotte Reiniger (* 2. Juni 1899 in Charlottenburg; † 19. Juni 1981 in Dettenhausen; eigentlich Charlotte Reiniger) war eine deutsche Scherenschneiderin, Silhouetten-Animationsfilmerin und Buchillustratorin.

Charlotte Reiniger wuchs in einem bürgerlichen Milieu in Charlottenburg auf. Die chinesische Kunst des Silhouettenpuppenspiels faszinierte sie. Sie fertigte ihr erstes Puppentheater an, dessen Zuschauer ihre Familie und Freunde waren.
Als sie Teenager war, kam die Liebe zum Film. Anfänglich beeindruckten sie Georges Méliès und dessen Spezialeffekte. Dann entdeckte sie die Filme von Paul Wegener (Schauspieler und Regisseur), der sie anregte, am Deutschen Theater in Berlin bei Max Reinhardt Schauspielunterricht zu nehmen. Paul Wegener brachte sie auch an das Institut für Kulturforschung. Dort lernte sie ihren späteren Mann Carl Koch kennen, den sie am 6. Dezember 1921 heiratete. Mit Das Ornament des verliebten Herzens entstand schon 1919 ihr erstes Filmwerk. Ihre Animation mit Silhouetten fotografierte sie auf einem selbstgebauten Tisch.
Eine Glasplatte wird von unten beleuchtet, darauf werden die aus schwarzer Pappe geschnittenen und beweglichen Figuren gelegt. Eine oberhalb des Tisches angebrachte Kamera fotografiert die Szene. Die frühen Stummfilme verlangten 16 Aufnahmen je Sekunde.
In seinen Film Der verlorene Schatten (1921) baute Paul Wegener Trickfilmteile von Lotte Reiniger ein. Dann kamen Werbefilme für Julius Pinschewer und Märchenverfilmungen wie Aschenputtel (1922) und Der gestiefelte Kater (1934). 1923 begannen Lotte Reiniger, Carl Koch, Walter Ruttmann und Berthold Bartosch mit dem Projekt des ersten abendfüllenden Silhouetten-Animationsfilms Die Abenteuer des Prinzen Achmed, der wohl zu ihren bekanntesten Produktionen gehörte. Finanziell wurden sie großzügig unterstützt von dem jüdischen Bankier Louis Hagen. Nach 300.000 Einzelaufnahmen war der Film 1926 fertiggestellt. Für den nächsten gemeinsamen Film Dr. Doolittle und seine Tiere (1928) arbeiteten als Komponisten Paul Dessau, Kurt Weill und Paul Hindemith mit. Weitere musikalische Filme folgten wie Harlekin (1931), Carmen (1933) und Papageno (1935).
Zu den Bekannten des Ehepaars Reiniger und Koch gehörte auch das Verleger-Ehepaar Else und Günther Wasmuth, welcher auch den Film als Buch herausgab.
In den 1920er-Jahren lernte sie dann auch u. a. László Moholy-Nagy, Karl Schmidt-Rottluff, Carl Zuckmayer, Hans Sahl, Fritz Lang und Georg Wilhelm Pabst kennen. Für letzteren stellte sie Trickfilmsequenzen für den Realfilm Don Quichotte (1933) her.
Des Weiteren war sie Teil der Literaturszene um Bertolt Brecht, der ein Stück Der Kaffeesackschmeißer mit einer Trickszene plante. Bedingt durch die politischen Veränderungen nach 1933 konnte sie nie realisiert werden.
Befreundet mit vielen Juden und aus wirtschaftlichen Schwierigkeiten heraus, entschlossen sich Carl Koch und Lotte Reiniger mit Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft, Deutschland zu verlassen.
1935 ging es zuerst nach London. Da sie keine Daueraufenthaltsgenehmigungen erhielten, reisten sie 1943 weiter, mit Stationen in Paris und Rom. Auch hier hatten sie engen Kontakt zu anderen Künstlern.
Mehrere Kapitel von Hugh Loftings Doktor Dolittle und seine Tiere entstanden auf der Grundlage von Loftings eigenen Zeichnungen. Lotte Reiniger stand mit dem Autor in Kontakt. Nach den drei Kurzfilmen Die Reise nach Afrika, Dr. Dolittle in Gefahr sowie In der Höhle des Löwen, stand Geldmangel weiteren Arbeiten entgegen.
Igor Fjodorowitsch Strawinski erlaubte Lotte Reiniger ein Stück aus seiner Pulcinella-Suite als musikalischen Hintergrund für einen Silhouettenfilm zu verwenden und Benjamin Britten schrieb sogar für The Tocher (1936) die Filmmusik. Weitere Kontakte ermöglichten Lotte Reiniger und ihrem Mann die Zusammenarbeit mit Jean Renoir an dem Film La Marseillaise (1937) und mit Luchino Visconti.
Nach 1943 mussten sie in Berlin bleiben und überlebten das Ende des Dritten Reiches dort. Doch mit dessen Ende kam erst einmal auch das Ende des Films für Lotte Reiniger.
Von 1945 bis 1948 arbeitete Lotte Reiniger daher für die Berliner Schattenbühne. So entstanden in Zusammenarbeit mit ihrer Freundin Elsbeth Schulz die Märchen Brüderchen und Schwesterchen, Gestiefelter Kater und Dornröschen.
1949 übersiedelte dann das Ehepaar nach London in den Vorort New Barnet. In den folgenden Jahren entstanden Filme für die BBC. Herausragend waren dabei die Verfilmungen von Märchen der Brüder Grimm, Hans Christian Andersen und der Geschichten aus Tausendundeine Nacht in Silhouettentechnik. Für ihren Film Das tapfere Schneiderlein gewann sie auf der Biennale in Venedig 1954 (andere Quellen 1955) den ‚Silbernen Delphin’ (1. Preis für Kurzfilme). Des Weiteren prägte Lotte Reiniger mit ihren Illustrationen zu einer Neuausgabe der Artus-Saga das englische Lesepublikum. Für Theater in Glasgow und Coventry entstanden in der Zeit noch kurze Silhouettenfilme. 1955 gestaltete sie ihren ersten Silhouettenfilm mit farbigem Hintergrund.
1963 endete die Lebens- und Arbeitspartnerschaft von Lotte Reiniger und Carl Koch durch dessen Tod.
Im Jahre 1971 widmete sie ihre Zeit Wolfgang Amadeus Mozart. In einem Zyklus von 140 Scherenschnitten setzte sie Motive und Szene aus Opern wie Così fan tutte, Don Giovanni, Figaros Hochzeit und Die Zauberflöte (1973) um.
Zusammen mit der Urne ihres Mannes wurde sie in Dettenhausen beigesetzt.
An Ehrungen erhielt sie 1972 das Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film und 1979 das Große Bundesverdienstkreuz. 2014 wurde sie mit einem Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin geehrt. Am 17. November 2014 wurde an ihrem Geburtshaus, Berlin-Charlottenburg, Knesebeckstraße 11, eine Berliner Gedenktafel enthüllt.
Der Nachlass von Lotte Reiniger befindet sich im Tübinger Stadtmuseum, das Teile davon ständig im „Lotte-Reiniger-Museum“ ausstellt. Eine ständige Ausstellung zu Lotte Reinigers Arbeiten befindet sich außerdem im Filmmuseum Düsseldorf.

Staatsarchiv des Kantons Bern

Staatsarchiv von Süden.
Das Staatsarchiv des Kantons Bern sammelt, erschliesst und verwahrt das archivalische Kulturgut des Kantons Bern und sorgt für dessen Erhaltung. Es ist Aufbewahrungsort aller erhaltungswürdigen staatlichen Archivbestände und stellt diese der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Seit dem 15. Jahrhundert war das Archiv Berns in den Gewölben des Rathauses untergebracht. Die Archive unterstanden bis 1798 dem Stadtschreiber. Ab ungefähr 1650 gab es das Amt des Gewölbe-Registrators. Die Archive der untergegangenen Stadt und Republik Bern gingen an den 1803 neu geschaffenen Kanton Bern, teilweise an den Kanton Aargau und den Kanton Waadt. Die Verwaltung des Staatsarchivs oblag bis 1891 dem jeweiligen Staatsschreiber. Der Baudirektor Robert Grimm hatte in den 1930er-Jahren die Idee eines Neubaus in der Länggasse. In den Jahren 1939/40 konnte das Archiv an den Falkenplatz verlegt werden. Der Bau wurde durch Walter von Gunten geplant und ausgeführt. In den Jahren 1984 bis 1986 erfolgte nach Plänen Magdalena Raussers am gleichen Ort ein viergeschossiger, unterirdischer Kulturgüterschutzbau.

Sepp Amschl

Sepp Amschl (* 12. März 1878 in Mureck; † 17. Juli 1943 in Graz) war ein österreichischer Lehrer und Komponist.
Sepp Amschl, eigentlich Josef Gregorius Amschl, wurde als Sohn einer angesehenen Murecker Familie in dem seinerzeit etwa 1500 Einwohner zählenden und an der deutsch-slowenischen Sprachgrenze gelegenen steirischen Marktflecken geboren. Durch seinen Vater Anton Johannes Amschl (1843–1911), der als Lehrer, Organist und erster Chormeister (Regenschori) des örtlichen Gesangvereins in Mureck wirkte, kam er frühzeitig mit der Musik in Berührung.
Als Absolvent der Lehrerbildungsanstalt in Graz schloss Amschl seine Ausbildung im Jahre 1897 ab und wirkte alsdann bis 1926 als Lehrer an staatlichen Schulen, vorwiegend in Zeltweg und Eggenberg bei Graz. Neben seiner beruflichen Tätigkeit betrieb Amschl ein Musikstudium, für das er 1912 in Wien die Staatsprüfung in Gesang, Harmonielehre und Musikgeschichte ablegte.
Amschl schuf als Komponist hauptsächlich Lieder mit lyrischem Charakter. Daneben sind von ihm auch etliche Chorwerke und eine Festmesse für Chor, Orgel und Orchester bekannt. Sepp Amschl verstarb 65-jährig als Schuldirektor im Ruhestand nach längerer Krankheit in Graz.
Amschl, Sepp. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 1, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1957, S. 19.

Jüdisches Museum Hohenems

Das Jüdische Museum Hohenems (Kürzel JMH) ist das regionale Museum für die Tradition der landjüdischen Gemeinde Hohenems und deren vielfältige Beiträge zur Entwicklung Vorarlbergs und der umliegenden Regionen (bis Bregenz und St. Gallen). Darüber hinaus besitzt es inzwischen mit seiner Tätigkeit internationale Ausstrahlung. Es beschäftigt sich auch mit jüdischer Gegenwart in Europa, der Diaspora und Israel und mit Fragen der Zukunft der europäischen Einwanderungsgesellschaft.
Das Ende der jüdischen Gemeinde von Hohenems, der regionalen NS-Geschichte, Vertreibung und Deportation der letzten Gemeindemitglieder, Antisemitismus in Österreich und die Shoa / der Holocaust stellen einen Schwerpunkt dar. Außer der regionalen und globalen Geschichte widmet es sich den Menschen und ihren Geschichten und pflegt Beziehungen zu den Nachkommen jüdischer Familien aus Hohenems in aller Welt.
Die Dauerausstellung in der 1864 erbauten Villa Heimann-Rosenthal [Anm. 1] dokumentiert die Geschichte der jüdischen Gemeinde Hohenems, die über drei Jahrhunderte, bis zu ihrer Vernichtung in der NS-Zeit, existierte. Das Museum bietet jährliche Wechselausstellungen und ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm.
Da in Hohenems keine jüdische Gemeinde mehr besteht, kein jüdisches Leben mehr stattfindet, muss die Vermittlung und Kommunikation des Museums weitgehend durch nichtjüdische Personen gemacht werden.

Das Jüdische Museum Hohenems wurde im April 1991 in der Villa Heimann-Rosenthal im Zentrum des ehemaligen jüdischen Viertels eröffnet. Die 2007 vollständig neu gestaltete Dauerausstellung präsentiert Spannungsfelder jüdischen Lebens im Fokus einer exemplarisch erzählten lokalen Geschichte und ihres Beziehungsraums. Konfrontiert mit den Fragen der Besucher entfaltet die Ausstellung die konkrete Lebenswirklichkeit der Diaspora im Kontext einer europäischen Geschichte von Migration und grenzüberschreitenden Beziehungen, Netzwerken und Globalisierung. Sie stellt Menschen in den Vordergrund, ihre Widersprüche und subjektiven Erfahrungen, ihre Lebensentwürfe und Bräuche: Menschen wie Salomon Sulzer, den Begründer der modernen europäischen Synagogenmusik, genauso wie Hausierer und Gastwirte, Rabbiner und Lehrer, Kaufleute und Fabrikanten, wie die Familie Rosenthal, in deren 1864 erbauter Villa das Museum untergebracht ist.
Seit der Eröffnung des Museums, im Kontakt mit den Nachkommen der Hohenemser Juden in aller Welt und durch vielfache Schenkungen, ist eine große Sammlung von Alltagsgegenständen und persönlichen Dokumenten entstanden, die nun erstmals gezeigt werden können. Moderne Audioguides und Videostationen ermöglichen einen neuen Zugang zu einer „Geschichte von innen“. Die Ausstellung steht in deutscher, englischer und französischer Sprache für ein internationales Publikum bereit. Eine eigene Kinderausstellung von Monika Helfer und Barbara Steinitz eröffnet einem jungen Publikum einen neuen Blick auf die Geschichte und regt den Dialog zwischen den Generation an. Die Ausstellungsarchitektur von Erich Steinmayr und Fritz Mascher, die Gestaltung durch das Designbüro stecher id und das neue Ausstellungskonzept verwandeln das frühere Wohnhaus bewusst in ein Museum: ein Haus, in dem die alte Villa selbst als Exponat wahrgenommen werden kann. So ist die Villa Heimann-Rosenthal heute ein Ort, an dem man sich der Vielfalt der Geschichten und Objekte annähern und sich selbst bewusst als „Betrachter“ erfahren kann – ein Ort der Begegnung mit vergangener, aber immer noch herausfordernd aktueller Erfahrung.
Als die Stadt Hohenems die von einer Fabrikantenfamilie erbaute Villa Heimann-Rosenthal 1983 erwarb und nach einer Nutzung für das Gebäude suchte, wurde bald die Möglichkeit eines jüdischen Museums diskutiert. Kulturpolitisch engagierte Bürger um Bürgermeister Otto Amann gründeten 1986 den Verein Jüdisches Museum Hohenems, um eine solche Institution einrichten zu können und damit die Möglichkeit zu bieten, jüdische Geschichte, Kult- und Kulturleben kennenzulernen. Otto Amann wurde auch zum ersten Präsidenten des Vereins gewählt.
1989 wurde der Historiker Kurt Greussing beauftragt, ein Museumskonzept zu erarbeiten, das die Geschichte der Juden in Vorarlberg unter der Perspektive des Verhältnisses zwischen Minderheit und Mehrheit veranschaulicht und dem Museumsbenutzer zugänglich macht. Ein Projektteam bestehend aus Bernhard Purin, Eva Grabherr und Sabine Fuchs hat dieses Konzept in knapp einem Jahr umgesetzt. Gemeinsam mit den Architekten (Elsa Prochazka und Mitarbeiter, Wien) und Grafikern (A&H Haller, Wien) wurde das Museum als „begehbares Buch“ konzipiert.
Bewusst wurde auf den Ankauf von Judaika verzichtet. Die wenigen Objekte, die noch von der jüdischen Gemeinde Hohenems erhalten geblieben sind, zeugen auch von der Tilgung dieser jüdischen Spuren in Vorarlberg. Die deshalb überwiegend zweidimensionalen Exponate sind durch ein komplexes, mehrschichtiges System von Darstellung, Übersetzung und Einordnung dem Museumsbesucher zugänglich gemacht. Ergänzend werden andere Medien wie Video, akustische Installation und Dias eingesetzt: Ein Sprachlabor stellt die auch in Vorarlberg gesprochene jiddische Sprache vor. Ein Raum ist der Musik des Hohenemsers Salomon Sulzer (1804–1890, Kantor), eines Erneuerers der Synagogenmusik, gewidmet. Im Dachgeschoss erzählen Zeitzeugen von ihren Erinnerungen an das jüdische Hohenems.
Die Dauerausstellung wurde 2007 gemeinsam mit den Architekten Erich Steinmayr und Friedrich Mascher, dem Designbüro stecher id und dem Ausstellungskurator Hannes Sulzenbacher neu konzipiert und gestaltet. Dabei wurden die Ausstellungsräume mit einer flexibel bespielbaren gläsernen Außenhülle umgeben, in der die Geschichte der Hohenemser Juden nun auch mit Blick auf Migration und Diaspora erzählt wird. Fragen jüdischer Religion, unterschiedliche Deutungen von Gesetzen und Festen werden nun in der Darstellung zyklischer Zeit der historischen Zeit gegenübergestellt und damit neu kontextuiert: als Ressource, aber auch als Konfliktstoff im Spannungsfeld zwischen Alltag, individuellem Leben und Tradition. Auch den Geschehnissen im 20. Jahrhundert wurde dabei mehr Raum gegeben werden, etwa durch Videoinstallationen über Hohenems als Station auf der Flucht zwischen 1938 und 1945. Um den internationalen Charakter des Museums zu verdeutlichen, wurde ein mehrsprachiges Audiosystem in die Ausstellung integriert. Schließlich wird die neue Ausstellung auch von einer Kinderausstellung begleitet, welche durch kleine Erzählungen und Schattenbilder jungen Menschen die Geschichte der Juden von Hohenems ein Stück näher bringt.
Siehe Hauptartikel: Jüdisches Leben in Hohenems
Jüdische Geschichte beginnt in Hohenems 1617 mit der Ansiedlung der ersten Juden durch die örtliche Reichsgrafenfamilie (Schutzbrief) und endete 1942 mit den Deportationen ins Konzentrationslager Theresienstadt. Zusammen mit der ehemaligen Christengasse (heute Marktstraße) bildet das ehemalige jüdische Viertel den Kern des historischen Hohenems. Heute sind im Ort viele Spuren der jüdischen Geschichte lesbar gemacht worden, aber es gibt hier keine Jüdische Gemeinde mehr. Neben Synagoge, Schul, Armenhaus und Mikwe war ein 1797 gegründetes Café, das „Kaffeehaus Kitzinger“, bemerkenswert. Bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs die Gemeinde kontinuierlich; nach der Liberalisierung durch das Staatsgrundgesetz von 1867 folgte eine starke Abwanderung in umliegende, auch schweizerische, Städte. 1935 zählte die jüdische Gemeinde noch 35 Mitglieder. Nach Kriegsende wurden 1945 jüdische Displaced Persons (DPs) vorübergehend untergebracht. Der Jüdische Friedhof wird gelegentlich noch als Beerdigungsstätte genutzt. Aber von den ehemaligen Gemeindemitgliedern kehrte niemand zum Hierwohnen zurück.
Das Jüdische Museum Hohenems hält Kontakt zu Nachkommen der Hohenemser Juden in aller Welt. Das Netzwerk der Hohenemser Diaspora ist eine wesentliche Dimension der Arbeit des Jüdischen Museums und für die Nachkommen selbst eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Zwischen den Familien hat sich – auch durch die Arbeit des Museums und der 1998 gegründeten American Friends of the Jewish Museum Hohenems – eine dauerhafte Kommunikation entwickelt. Im Sommer 2008 trafen sich mehr als 120 Nachkommen zum zweiten weltweiten Treffen in Hohenems. Das Museum unterstützt Nachkommen bei der Kommunikation untereinander und bei genealogischen Recherchen. Nicht zuletzt seit dem ersten Nachkommentreffen 1998 mit mehr als 160 Teilnehmern bereichert die Kommunikation mit den Nachkommen auch den Alltag der Programm- und Ausstellungstätigkeit des Museum. So ist das Jüdische Museum Hohenems Fokus einer „virtual community“, die jüdische Geschichte und jüdisches Leben heute miteinander produktiv verbindet. Man findet hier Informationen über die Aktivitäten der American Friends of the Jewish Museum of Hohenems, über die jüdischen Familien von Hohenems und die Nachkommentreffen von 2008 und 1998.
Das Jüdische Museum Hohenems publiziert Kataloge, Sammelbände und Monographien zu unterschiedlichen Aspekten jüdischer Kultur, Geschichte und Gegenwart. Ausgangspunkt ist dabei sowohl der exemplarische Fokus der Hohenemser Jüdischen Gemeinde und ihr Fortleben in den Nachkommen der Hohenemser jüdischen Familien wie auch die breitgefächerte Ausstellungs- und Programmarbeit des Museums, die von der Geschichte der Juden im Bodenseeraum bis zu Fragen jüdischer Gegenwart in Europa im Kontext moderner Einwanderungsgesellschaften reicht.
Herausgegeben von Regina Laudage-Kleeberg und Hannes Sulzenbacher im Auftrag der Jüdischen Museen Hohenems, Frankfurt am Main und München, Parthas Verlag, 2012, 352 Seiten, ISBN 978-3-86964-067-9,
47.3647222222229.6886111111111Koordinaten: 47° 21′ 53″ N, 9° 41′ 19″ O

Otto Beckmann & Co.

Otto Beckmann & Co, Automobil-Fabrik, Breslau war ein von 1882 bis 1926 in Breslau (Schlesien) ansässiges Unternehmen, das zunächst Fahrräder, später Automobile produzierte.

Der Fabrikant Otto Beckmann (1841–1889) begann im Jahr 1882 in Breslau (Schlesien) mit der Produktion von Fahrrädern, damals Velocipede genannt, weshalb er seinem Unternehmen den Namen Erste Schlesische Velociped-Fabrik gab. Bereits sieben Jahre später, im Jahr 1889, starb er, und sein ältester Sohn Paul Beckmann (1866–1914) übernahm die Unternehmensleitung.
Wie einige andere Hersteller von Fahrrädern begann auch Paul Beckmann bereits sehr früh, in den 1890er Jahren, mit dem Bau von motorisierten Fahrzeugen zu experimentieren. Schon bald verwarf er die Entwicklung von zwei- und dreirädrigen Fahrzeugen wieder und beschränkte sich auf vierrädrige Motorwagen. Nachdem er bereits 1898 – als einer der Pioniere des Kraftfahrzeugbaus – die erste Voiturette in Vis-à-vis-Bauweise mit französischem Einzylindermotor produziert hatte, änderte er den Firmennamen in Otto Beckmann & Co, Erste Schlesische Velociped- und Automobil-Fabrik. Für die beginnende Motorwagen-Produktion musste er die Unternehmensgebäude in der Breslauer Tauentzienstraße erheblich erweitern. Über dem Portal, das ebenso wie einige der Gebäude die schweren Zerstörungen Breslaus im Zweiten Weltkrieg überstanden hat, prangt noch heute die Jahreszahl der Errichtung „1898“.
Als 1904 die Herstellung von Fahrrädern zugunsten der Ausweitung der Motorwagenproduktion aufgegeben wurde, bekam das Unternehmen den neuen, kürzeren Namen Otto Beckmann & Co, Motorwagen-Fabrik. Nur noch einmal (1913) änderte sich die Unternehmensbezeichnung, als der Bestandteil „Motorwagen“ durch den moderneren Begriff „Automobil“ ersetzt wurde.
In der Zeit von der Jahrhundertwende bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges brachte Beckmann eine Vielzahl von Modellen – Voituretten, Tonneaus, Phaetons, Limousinen, Coupés, Droschken, Lieferungs- und Sportwagen – auf den Markt, die dank ihrer hohen Qualität und Zuverlässigkeit einen sehr guten Ruf hatten. Die ersten Motoren wurden von Société Buchet, Ateliers de Construction Mécanique l’Aster und De Dion-Bouton bezogen, bevor man auf Lizenzfertigung und schließlich zur Entwicklung und zum Bau eigener Motoren überging. Über einen kurzen Zeitraum (1907) wurden Mutel-Motoren eingebaut.
Beckmann-Autos galten als besonders gute Bergsteiger und die selbst gefertigten 3-Gang-Getriebe (damals auch Geschwindigkeitswechsel genannt) wurden von der Fachpresse als vorbildlich gelobt.
Paul Beckmann kann als Erfinder des Auto-Sicherheitsgurtes angesehen werden, denn er stattete bereits um die Jahrhundertwende seine eigenen Voituretten mit Lederriemen aus, mit denen er seine drei Kinder bei jeder Ausfahrt festschnallte.
Von 1902 an wurden Beckmann-Motorwagen auf den Automobil-Ausstellungen in Leipzig, Berlin und Frankfurt am Main ausgestellt.
Nach Ende des Ersten Weltkrieges war die Breite des Produktprogramms deutlich reduziert. Die Fertigung eigener Motoren gab das Unternehmen 1922 auf und bezog Aggregate von Basse & Selve, Altena/Westfalen.
Der Unternehmensinhaber Paul Beckmann kann nicht nur als Hersteller, sondern auch als aktiver Fahrer zu den Pionieren des Automobilismus gezählt werden. Er nahm mit seinen Produkten erfolgreich an verschiedenen Wettbewerben teil, wie der „Qualitätsfahrt Breslau–Wien“ im Jahr 1902, bei der Beckmann-Wagen die ersten drei Plätze belegten, und der „Zuverlässigkeitsfahrt Breslau–Frankfurt“ im Jahr 1904, wo er selbst mit einem Ehrenpreis bedacht wurde. Auch an den Herkomer-Konkurrenzen in den Jahren 1906 und 1907 nahm er mit einem dafür entwickelten Spezialtyp mit 40 PS starkem 6,9-Liter-Vierzylindermotor teil. Dabei errang er 1906 eine silberne und 1907 strafpunktfrei eine goldene Plakette.
Paul Beckmann betätigte sich auch als Beisitzer, dann als Schatzmeister des Schlesischen Automobil-Clubs, war „Sachverständiger für Automobilismus“ und gehörte zum Kreis der Mitglieder des Vereins Deutscher Motorfahrzeug-Industrieller (später: Reichsverband der Automobilindustrie).
Paul Beckmann starb, ebenso wie sein Vater Otto, bereits im frühen Alter von 48 Jahren im September 1914, unmittelbar nach Beginn des Ersten Weltkrieges. Keines seiner drei Kinder Otto, Erna und Ilse war zu diesem Zeitpunkt volljährig und geschäftsfähig. Nach einer für das Unternehmen sehr nachteiligen Übergangsphase mit Treuhänderverwaltung, die zudem noch mit dem Ersten Weltkrieg zusammenfiel, führte dann Paul Beckmanns Sohn Otto (1894–1963) das Unternehmen weiter, bis es wegen der äußerst schwierigen wirtschaftlichen Lage, in der viele andere Produzenten ebenfalls aufgeben mussten, im Jahr 1926 die Produktion eigener Fahrzeuge einstellen musste und 1927 mitsamt den 150 Beschäftigten von der Adam Opel AG übernommen wurde.
Seine Schwester Ilse Beckmann (1898–1988) fuhr auf Beckmann-Fahrzeugen in den 1920er Jahren bei verschiedenen Automobilrennen – als Pionierin in diesem Metier – erfolgreich mit. Sie absolvierte diese, wie damals üblich, mit einem Beifahrer („Schmiermaxe“). Vorübergehend war Rudolf Caracciola ihr Beifahrer, der – drei Jahre jünger als sie – gerade als Ingenieurstudent bei den Fafnir-Werken (Aachen) volontierte. Kurz darauf begann dessen eigene große Rennfahrerkarriere. Auch mit und gegen Hans Stuck, dem ebenfalls zum damaligen Zeitpunkt noch eine große Karriere bevorstand, fuhr Ilse Beckmann einige Rennen. Ihre eigenen Rennfahreraktivitäten musste sie jedoch bald nach dem Verkauf des Unternehmens beenden.
Die Rüsselsheimer Adam Opel AG richtete in den vorherigen Produktionsstätten des Unternehmens Otto Beckmann ihre schlesische Verkaufs- und Kundendienst-Werks-Niederlassung ein. Otto Beckmann wurde bis zum kriegsbedingten Ende deren Geschäftsführer. Schlesien (und damit auch Breslau) kam 1945 unter polnische Verwaltung und gehört inzwischen zu Polen. In der alten Beckmannschen Produktionsstätte befindet sich heute ein großer Zeitschriftenvertrieb.
Fahrzeugmodelle (Auswahl)
Beckmann erreichte nie besonders hohe Produktionszahlen. Die Autos wurden überwiegend im Osten des Deutschen Reiches verkauft, insbesondere in Schlesien, Pommern und Ostpreußen. In einige Städte wurde eine größere Anzahl Droschken (Taxis) geliefert, nach Berlin gingen beispielsweise im Jahr 1908 insgesamt 50 Stück. Aber auch weit darüber hinaus wurden Beckmann-Autos vertrieben, allerdings in geringen Stückzahlen. Beckmann hatte Verkaufsstützpunkte in Berlin, zeitweise auch in München, Leipzig, Karlsruhe, Posen (Poznan) und Moskau. Selbst der russische Zarenhof hat einige Beckmann-Autos bezogen. Auch Skandinavien wurde beliefert, vor allem Schweden.
Produktions- und Exportzahlen sind wegen Totalverlustes der Unterlagen durch die Kriegsfolgen nicht mehr verfügbar. Lediglich aus Norwegen sind genaue Zahlen bekannt: Insgesamt fünf Fahrzeuge sind dorthin geliefert worden. In Oslo befindet sich auch (nach derzeitigem Informationsstand) das einzige noch existierende Beckmann-Auto, ein Phaeton 21/45 PS aus dem Produktionsjahr 1911, der ursprünglich nach Schweden geliefert worden war. Es ist in Privatbesitz.
Aachener | AAG | ABAM | Adler | Aegir | Alliance | Allright | Altmann | AMG | Andreas | Anker | Ansbach | Apollo | Argus | Asdomobil | Äskulap | Attila | Audi | Autognom | Beckmann | BEF | Behr | Benz | Berger | Bergmann-Metallurgique | Berolina | Blitz | BMF | Boes | Brandt | Braun | Brennabor | Bugatti | C. Benz Söhne | Chatel-Jeannin | Cito | Cloumobil | Colibri | Corona | COS | Coswiga | Cudell | Cyklon | Daimler | De Dietrich | Deka | Der Dessauer | Dessavia | Deutschland | Deutz | Dixi | Dreyhaupt | Ducommun | Dürkopp | Dux | Dynamobil | EBM | Ehrhardt | Ehrhardt-Decauville | Einrad | Ekamobil | Electra | Elite | EMW | Engelhardt | Erdmann | Excelsior-Mascot | Express | FAF | Fafnir | Falke | Favorit | FEG | Feldmann | Fiedler | Fischer (1902–1905) | Fischer (1912–1913) | Flocken | Foth | Fulgura | Fulmina | Gaggenau | Geha | Göricke | Gottschalk | Hammonia | Hansa | Hartmann | Heilbronn | Heinle & Wegelin | Helios | Henschel | Hermes-Simplex | Hexe | Hille | Horch | Hüttis & Hardebeck | Immermobil | Imperator | Kämper | KAW | Kayser | Kempten | KEW | Kliemt | Klingenberg | Kölner Motorwagen | Komnick | Kondor | Kriéger | Krupkar | Kruse | Kühlstein | Lerche | Liliput | Lloyd | Loreley | Loutzky | LUC | Lueders | Lutzmann | Lux | MAF | Magdeburger | Magnet | Mars | Martinot et Galland | Mathis | Maurer-Union | Maxwerke | Mayer | Mercedes | Meyrel | Miele | MMB | Mono | MWD | Nacke | NAG | NAIG | Neuss | Noris | NSU | Opel | Orient Express | Oryx | Panther | Pasing | Patria | Pekrun | Pflüger | Phänomen | Piccolo | Planet | Podeus | Polymobil | Presto | Priamus | Primus | Progress | Protos | Rabe-Mobil | RAW | Record | Regent | Reissig | Rex-Simplex | SAF | Scheele | Scheibler | Schilling | Schuckert | Schulz | Seidel & Naumann | Sekurus | Siegel | Siegfried | Siemens-Schuckert | Simson | Solidor | Sperber | Standard | Stella | Steudel | Stoewer | Sun | Superior | Taifun | Taunus | Tempelhof | Thüringer Motorwagenfabrik | Tippmann | Tourist | Treskow | Triomobil | Ulmann | Ultramobile | Utermöhle | VCS | Velomobil | Vesuv | Victoria | Vindelica | Vogtland | Vulkan | Wanderer | Wartburg | Weichelt | Weiss | Wenkelmobil | Wesen | Westfalia | Wimmer | Windhoff | Wöhlert-Bollée | Wunderlich | Zentralmobil
AAA | ABC | Adler | AGA | Alan | Alfi (1922–1925) | Alfi (1927–1928) | AMBAG | Amor | Anker | Apollo | Argeo | Arimofa | Atlantic | Audi | Auto-Ell | Badenia | Baer | BAW | BEB | Beckmann | Benz | Bergmann | Bergo | BF | Biene | Bleichert | BMW | Bob | Borcharding | Borgward | Bravo | Brennabor | Bufag | Bully | Butz | BZ | C. Benz Söhne | Certus | Club | Cockerell | Combi | Cyklon | Davidl | Dehn | DEW | Diabolo | Diana | Dinos | Dixi | DKW | Dorner | Dürkopp | Dux | D-Wagen | EBS | Ego | Ehrhardt | Ehrhardt-Szawe | Eibach | Electra | Elektric | Elite | Elitewagen | Eos | Erco | Espenlaub | Eubu | Exor | Fadag | Fafag | Fafnir | Falcon | Fama | Faun | Ferbedo | Ford | Fox | Framo | Freia | Fulmina | Garbaty | Gasi | Goliath | Görke | Grade | Gridi | Gries | Habag | HAG | HAG-Gastell | Hagea-Moto | Hanomag | Hansa | Hansa-Lloyd | Hascho | Hataz | Hawa | Heim | Helios | Helo | Hercules | Hero | Hildebrand | Hiller | Horch | HT | Imperia | Induhag | Ipe | Joswin | Juhö | Kaha | Kaiser | Keitel | Kenter | Kico | Kieling | Knöllner | Kobold | Koco | Komet | Komnick | Körting | Kühn | Landgrebe | Lauer | Leichtauto | Leifa | Lesshaft | Ley | Libelle | Lindcar | Lipsia | Loeb | Luther & Heyer | LuWe | Luwo | Lux | Macu | MAF | Magnet | Maier | Maja | Mannesmann | Martinette | Maurer | Mauser | Maybach | Mayrette | Mercedes | Mercedes-Benz | MFB | Mikromobil | Minimus | Möckwagen | Mölkamp | Moll | Monos | Mops | Morgan | Motobil | Motrix | Muvo | Nafa | NAG | NAG-Presto | NAG-Protos | Nawa | Neander | Neiman | Nemalette | Nowa | NSU | NSU-Fiat | Nufmobil | Nug | Omega | Omikron | Omnobil | Onnasch | Opel | Otto | Pawi | Pe-Ka | Peer Gynt | Pelikan | Peter & Moritz | Pfeil | Phänomen | Pilot | Pluto | Presto | Priamus | Protos | Rabag | Remag | Renfert | Rex-Simplex | Rhemag | Rikas | Rivo | Röhr | Roland | Rollfix | Rumpler | Rüttger | RWN | Sablatnig-Beuchelt | Sauer | SB | Schebera | Schönnagel | Schuricht | Schütte-Lanz | Seidel-Arop | Selve | SHW | Simson | Slaby-Beringer | Slevogt | Solomobil | Sperber | Sphinx | Spinell | Staiger | Standard | Steiger | Stoewer | Stolle | Sun | Szawe | Tamag | Tamm | Tatra | Teco | Tempo | Theis | Tornax | Tourist | Traeger | Trinks | Trippel | Triumph | Turbo | Utilitas | VL | Voran | VW | Walmobil | Wanderer | Wegmann | Weise | Wesnigk | Westfalia | Winkler | Wittekind | York | Zetgelette | Zündapp | Zwerg

Angelica Balabanova

Angelica Balabanova, auch Balabanoff, (ursprünglich Анжелика Исааковна Балабанова/Anschelika Issaakowna Balabanowa; * 7. Mai 1878 in Kiew; † 25. November 1965 in Rom) war eine international tätige sozialistische Politikerin und Publizistin.
Angelica Balabanova studierte in Brüssel, wo sie kommunistische Ideen kennenlernte. Sie zog nach Rom und begann eingewanderte Arbeiter der Textilindustrie zu organisieren. Sie wurde Vorsitzende der Partito Socialista Italiano (PSI) und stand in engem Kontakt mit der russischen Revolutionsbewegung und war auch Wegbegleiterin von Mussolini, der Chefredakteur der sozialistischen Zeitung Avanti war. Als dieser sich zum Kriegshetzer entwickelte, wandte sie sich noch vor dem Beginn des Ersten Weltkrieges von ihm ab. Balabanoff arbeitete im Exekutiv-Komitee der sozialistischen Frauen-Union mit und organisierte zusammen mit Clara Zetkin Frauen-Kongresse. Während des Ersten Weltkrieges rückte sie innerhalb der Arbeiterbewegung nach links und beteiligte sich an der Zimmerwalder Konferenz, wo sie gegen die Burgfriedenspolitik eintrat.
Nach der Russischen Revolution zog sie nach Russland und arbeitete 1919 als Sekretärin der Kommunistischen Internationalen. Sie wurde zur Kritikerin der Bolschewiki und kehrte nach Italien zurück. Aufgrund des zunehmenden Einflusses des Faschismus in Italien ging sie ins Exil in die Schweiz, wo sie 1928 Paris Avanti! herausgab. Sie gehörte zu den führenden Köpfen der unter dem Namen Pariser- und Londoner Büro bekannten internationalen linkssozialistischen Vereinigungen. Während des Zweiten Weltkriegs lebte sie in den USA. Nach der Spaltung des Partito Socialista Italiano 1947 gehörte sie dem Partito Socialista dei Lavoratori Italiani (PSLI) bzw. später dem Partito Socialista Democratico Italiano an. Sie war weiterhin in internationale sozialistische Aktivitäten involviert, bis ihr schlechter Gesundheitszustand sie ab 1964 davon abhielt.
Ihr schriftlicher Nachlass wird vom Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis in Amsterdam betreut.

Montfleur

Montfleur ist eine französische Gemeinde mit 177 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Jura in der Region Franche-Comté; sie gehört zum Arrondissement Lons-le-Saunier und zum Kanton Saint-Julien. Die Nachbargemeinden sind Montagna-le-Templier im Norden, Villeneuve-lès-Charnod im Osten, Germagnat (Département Ain) im Süden, Pouillat (Département Ain) im Westen sowie Bourcia und Broissia im Nordwesten.
In Montfleur nimmt der Bach Le Suran den La Doye auf.
Abergement-le-Grand | Abergement-le-Petit | Abergement-lès-Thésy | Aiglepierre | Alièze | Andelot-en-Montagne | Andelot-Morval | Arbois | Ardon | Aresches | Arinthod | Arlay | Aromas | Arsure-Arsurette | Arthenas | Augea | Augisey | Aumont | Balanod | Barésia-sur-l’Ain | Barretaine | Baume-les-Messieurs | Beaufort | Beffia | Bersaillin | Besain | Bief-des-Maisons | Bief-du-Fourg | Biefmorin | Billecul | Bletterans | Blois-sur-Seille | Blye | Bois-de-Gand | Boissia | Bonnaud | Bonnefontaine | Bornay | Bourcia | Bourg-de-Sirod | Bracon | Brainans | Bréry | Briod | Broissia | Buvilly | Censeau | Cernans | Cerniébaud | Cernon | Cesancey | Cézia | Chambéria | Chamole | Champagnole | Champrougier | Chapelle-Voland | Chapois | Charcier | Charency | Charézier | Charnod | Château-Chalon | Châtelneuf | Châtillon | Chatonnay | Chaumergy | Chaussenans | Chaux-Champagny | Chaux-des-Crotenay | Chavéria | Chazelles | Chemenot | Chemilla | Chêne-Sec | Chevreaux | Chevrotaine | Chille | Chilly-le-Vignoble | Chilly-sur-Salins | Chisséria | Cize | Clairvaux-les-Lacs | Clucy | Cogna | Coisia | Colonne | Commenailles | Communailles-en-Montagne | Condamine | Condes | Conliège | Conte | Cornod | Cosges | Courbette | Courbouzon | Courlans | Courlaoux | Cousance | Crançot | Crans | Cressia | Crotenay | Cuisia | Cuvier | Darbonnay | Desnes | Dessia | Digna | Domblans | Dompierre-sur-Mont | Doucier | Dournon | Doye | Dramelay | Écrille | Entre-deux-Monts | Équevillon | Esserval-Combe | Esserval-Tartre | Essia | Fay-en-Montagne | Fétigny | Florentia | Foncine-le-Bas | Foncine-le-Haut | Fontainebrux | Fontenu | Foulenay | Francheville | Fraroz | Frébuans | Froideville | Frontenay | Genod | Geraise | Geruge | Gevingey | Gigny | Gillois | Gizia | Granges-sur-Baume | Graye-et-Charnay | Grozon | Grusse | Hautecour | Ivory | Ivrey | L’Aubépin | L’Étoile | La Balme-d’Épy | La Boissière | La Chapelle-sur-Furieuse | La Charme | La Chassagne | La Châtelaine | La Chaux-en-Bresse | La Favière | La Ferté | La Frasnée | La Latette | La Marre | La Tour-du-Meix | Ladoye-sur-Seille | Lains | Largillay-Marsonnay | Larnaud | Lavans-sur-Valouse | Lavigny | Le Chateley | Le Fied | Le Frasnois | Le Larderet | Le Latet | Le Louverot | Le Pasquier | Le Pin | Le Vaudioux | Le Vernois | Le Villey | Légna | Lemuy | Lent | Les Arsures | Les Chalesmes | Les Deux-Fays | Les Nans | Les Planches-en-Montagne | Les Planches-près-Arbois | Les Repôts | Loisia | Lombard | Longcochon | Lons-le-Saunier | Loulle | Louvenne
Macornay | Mallerey | Mantry | Marigna-sur-Valouse | Marigny | Marnézia | Marnoz | Mathenay | Maynal | Menétru-le-Vignoble | Menétrux-en-Joux | Mérona | Mesnay | Mesnois | Messia-sur-Sorne | Mièges | Miéry | Mignovillard | Mirebel | Moiron | Molain | Molamboz | Molpré | Monay | Monnet-la-Ville | Monnetay | Mont-sur-Monnet | Montagna-le-Reconduit | Montagna-le-Templier | Montaigu | Montain | Montfleur | Montholier | Montigny-lès-Arsures | Montigny-sur-l’Ain | Montmarlon | Montmorot | Montrevel | Montrond | Mournans-Charbonny | Moutonne | Moutoux | Nanc-lès-Saint-Amour | Nance | Nancuise | Nantey | Neuvilley | Nevy-sur-Seille | Ney | Nogna | Nozeroy | Onglières | Onoz | Orbagna | Orgelet | Oussières | Pannessières | Passenans | Patornay | Perrigny | Picarreau | Pillemoine | Pimorin | Plainoiseau | Plaisia | Plasne | Plénise | Plénisette | Poids-de-Fiole | Poligny | Pont-d’Héry | Pont-de-Poitte | Pont-du-Navoy | Présilly | Pretin | Publy | Pupillin | Quintigny | Recanoz | Reithouse | Relans | Revigny | Rix | Rosay | Rotalier | Rothonay | Ruffey-sur-Seille | Rye | Saffloz | Saint-Amour | Saint-Cyr-Montmalin | Saint-Didier | Saint-Germain-en-Montagne | Saint-Germain-lès-Arlay | Saint-Hymetière | Saint-Jean-d’Étreux | Saint-Julien | Saint-Lamain | Saint-Laurent-la-Roche | Saint-Lothain | Saint-Maur | Saint-Thiébaud | Sainte-Agnès | Saizenay | Salins-les-Bains | Sapois | Sarrogna | Savigna | Sellières | Senaud | Sergenaux | Sergenon | Sirod | Songeson | Soucia | Supt | Syam | Thésy | Thoirette | Thoiria | Thoissia | Toulouse-le-Château | Tourmont | Trenal | Uxelles | Vadans | Val-d’Épy | Valempoulières | Valfin-sur-Valouse | Vannoz | Varessia | Vaux-sur-Poligny | Vercia | Verges | Véria | Vernantois | Vers-en-Montagne | Vers-sous-Sellières | Vertamboz | Vescles | Vevy | Villechantria | Villeneuve-lès-Charnod | Villeneuve-sous-Pymont | Villers-les-Bois | Villerserine | Villette-lès-Arbois | Villevieux | Vincelles | Vincent | Voiteur | Vosbles

Andrew Roborecki

Andrew Roborecki D.D. (* 12. Dezember 1910 in Welyki Mosty, Ukraine; † 24. Oktober 1982 in Toronto, Kanada) war der erste ukrainisch griechisch-katholische Bischof von Saskatoon in Kanada.

Andrew Roborecki kam im Alter von knapp drei Jahren mit seinen Eltern Jacob und Anastasia Roberecki aus der Ukraine nach Kanada. Nach dem Studium in Winnipeg und Toronto wurde er am 18. Juli 1934 von Erzbischof Basil Ladyka OSBM (Erzeparchie Winnipeg) zum Priester geweiht. Nachdem er als Seelsorger in Winnipeg, Dauphin und Roblin tätig war, wurde er zum Pastor der St. Josaphat Gemeinde in Winnipeg berufen und blieb hier für vierzehn Jahre.
Am 14. Februar 1948 wurde Roborecki zum Weihbischof in Zentral-Kanada berufen und zum Titularbischof von Tanais ernannt. Am 27. Mai 1948 weihte ihn Erzbischof Basil Ladyka und die Mitkonsekratoren Erzbischof Constantine Bohacewskyi (Apostolischer Exarch der Vereinigten Staaten) und Bischof Neil Nicholas Savaryn OSBM (Apostolischer Exarch von Westkanada) zum Bischof. Am 10. März 1951 ernannte ihn Papst Pius XII. (1939–1958) zum Apostolischen Exarchen des neu gegründeten Apostolischen Exarchats Saskatoon.
Seine erste Aufgabe bestand im Aufbau einer Kirchenhierarchie und die Koordinierungsarbeit zwischen den verschiedenen Einrichtungen und Organisationen der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche im Bistum Saskatoon sicherzustellen. Hierzu berief er das erste Kirchenparlament nach Saskatoon und etablierte einen Kirchenrat. 1956 wurde Roborecki zum ersten Bischof der nun zur Eparchie erhobenen Diözese Saskatoon ernannt. Bischof Roborecki war Teilnehmer an den vier Sitzungsperioden des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) und Mitkonsekrator bei Bischof Demetrius Martin Greschuk.
Die Andrew Roborecki Stiftung , die 1982 nach seinem Tod gegründet wurde, ist eine karitative Organisation mit Sitz in Saskatoon. Sie finanziert sich durch Spenden, steuerliche Zuwendungen und Mitgliedsbeiträgen. Der „Geistliche Rat“ ist der Bischof von Saskatoon, derzeitig durch Bryda Joseph Bayda gestellt. Die Stiftung betreut das Priesterseminar in Ottawa, katholische Bildungseinrichtungen und gewährt finanzielle Unterstützung für Priesteramtskandidaten.
Im September 1977 hatte Papst Paul VI. (1963–1978) die Eparchien aufgerufen in ihren Bistümern „Religious Education Center“ zu errichten. Bischof Roborecki nahm diesen Wunsch auf und gründete eine bischöfliche Bildungseinrichtung, die später den Namen „Sheptytsky Institute“ benannt nach Andrej Alexander Scheptyzkyj, dem früheren Großerzbischof von Lemberg und Metropolit der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche in der Ukraine, erhielt. Im Programmangebot stehen Bildungsangebote für Jugendliche und Erwachsene.

Joachim Rücker

Joachim Rücker (* 30. Mai 1951 in Schwäbisch Hall) ist ein deutscher Politiker (SPD) und Diplomat. Von September 2006 bis Juli 2008 war er als UN-Sondergesandter Leiter der UNMIK im Kosovo. Seit Juli 2014 ist Rücker Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen in Genf.
Joachim Rücker ist verheiratet und hat drei Kinder.
Joachim Rücker ist promovierter Wirtschaftswissenschaftler. Von 1979 bis 1991 war er für das Auswärtige Amt tätig, mit Stationen in Bonn, Wien, Daressalam und Detroit. Bis 1993 war er außenpolitischer Berater der SPD-Bundestagsfraktion. Von 1993 bis 2001 war Rücker Oberbürgermeister der Stadt Sindelfingen. Von 2001 bis 2002 war er für die Vereinten Nationen Botschafter und stellvertretender Hoher Repräsentant für Finanzen und Verwaltung im Büro des Hohen Repräsentanten in Sarajevo (Bosnien und Herzegowina). Im Anschluss kehrte er bis 2004 als Leiter des Bereichs Finanzen und Haushalt ins Außenministerium zurück. Ab 2005 leitete er als Sonderbeauftragter der Vereinten Nationen den wirtschaftlichen Wiederaufbau im Kosovo und war Stellvertreter Søren Jessen-Petersens, des Sonderbeauftragten des Generalsekretärs der UNMIK. Am 1. September 2006 wurde er von UN-Generalsekretär Kofi Annan zum Nachfolger des Dänen ernannt und leitete bis Juli 2008 die Übergangsregierung im Kosovo. Von November 2008 bis September 2011 war er Botschafter Deutschlands in Schweden. Danach wurde Rücker Chefinspekteur des Auswärtigen Amtes in Berlin.
Im Oktober 2012 nominierte ihn die SPD im Kreis Böblingen zum Kandidaten für die Bundestagswahl 2013 im Wahlkreis Böblingen. Bei der Wahl am 22. September 2013 unterlag er jedoch dem CDU-Kandidaten Clemens Binninger, der das Direktmandat erhielt.
Seit Juli 2014 ist Rücker Botschafter und Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen Internationalen Organisationen in Genf. Im Jahr 2015 ist er der Präsident des UN-Menschenrechtsrat.
Bernard Kouchner | Hans Hækkerup | Michael Steiner | Harri Holkeri | Søren Jessen-Petersen | Joachim Rücker | Lamberto Zannier | Farid Zarif | Zahir Tanin